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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

lieh erschienen, als stamm- mul sinnverwandt beachtet werden.Es wurde diese Uebersetzung um etwa 25 Erzählungen verkürzt,welche sich in dem deutschen Texte vorfanden ; hei der Auswahldarf man jedoch keine Rücksicht unterlegen, welche die katho-lische Geistlichkeit begünstigte; eher liesse sich das Gegentheilbehaupten, dass der Niederländer keinen gegen die Geistlichengerichteten Spott weggelassen habe. Es fehlen dort nur solcheGescliichtchen, welche dem Uebcrsetzer zu unbedeutend erschie-nen. Diese Gestalt ist es, in welcher Ulenspiegel auch den Fran-zosen und den Engländern bekannt geworden ist.

Es ist jedoch ein halbes Jahrhundert vergangen, aus wel-chem wir keinen ferneren Druck in vlämischer Sprache kennen,eine Erscheinung, welcher die Einwirkung der Kirchenreformationnicht fremd gewiesen sein kann. 1539 erschien jedoch zu Ant-werpen ein Abdruck der französischen Uebersetzung, und 1558bei diesem der damaligen Gelehrtcnsprache wohlbeflissenen Volkezu Utrecht die erste, fünf Jahre spater die zweite Auflage einerlateinischen Uebersetzung in Jamben durch einen Rector zu Iler-zogenbusch, Jan van Neem. Hieher gehört auch als dem wah-ren Vaterlande die bereits erwähnte lateinische versificirte Ueber-setzung' des Giles Omina, wenn sie gleich in Deutschland ge-druckt wurde. Diese Uebersetzung des Nemius finden wir durchden königlichen Connnissarius und einen Amsterdammer Predigerin bester Form genehmigt.

Wenn gleich der Ursprung mancher Volksbücher, so fernsie auf mittelalterlichen Dichtungen beruhen, in lateinisch nie-dergeschriebenen Erzählungen zu suchen ist, so möchte dochschwerlich eine andere so früh in das Lateinische übersetzt sein,am wenigsten in lateinische Versmaasse.

Vom Jahre 1575 an häufen sich jedoch die nicderländh-schen Ausgaben. In jenem Jahre erschien eine solche zuAntwerpen, bald darauf zwei französische in derselben Stadt.Das Verbot eines solchen Druckes durch den König Philipp undHerzog Alba vom Jahre 1579 führte nur zu einem 1580 benutz-ten Privilegium auf sechs Jahre. Rechnen wir hiezu noch denDruck ums Jahr 1592 in der Landessprache, so zählen wir deruns bekannten niederländischen Ausgaben in verschiedenen Zungen