Druckschrift 
Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
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Erläuterungen.

Z. 9: ecr gunst, ihre Gunst. Eine Andeutung eines nieder-ländischen Originals darin zu finden, scheint mir kein Grund vor-handen.

Z. 11: vers len Iniss, Verstand, hier: Kenntniss, Kunde.

Z. 18: Got Ls hilf. Die Anrufung von Gottes Hülfe hei diesemDuche mag docli den nachfolgenden Ilcrnusgehern zu schallshaftig ge-schienen haben, welche sie siimmllich unterlassen.

S. 2 Z. 2: ein schlichter ley. Dass der Verfasser einschlichter Laie und der lateinischen Sprache unkundig sei, widerlegtsich weniger durch einige lateinische Brocken, welche in einzelnenErzählungen Vorkommen, als durch die von demselben benutzten zahl-reichen Quellen, von welchen er manche lateinisch geschriebene zu-erst in das Deutsche übertragen haben dürfte. Auch diese Maske istso wenig wie oben das anonyme N. in andere Ausgaben überge-gangen.

Z. 4 : so sich die müsz . .. wein. Diese Schrift soll des Abendsim Winter gelesen werden, wenn die Stunden (d. h. Tage) kurz wer-den. Der Verfasser gestattet Anderen, sein Werk zu verlängern oderabzukürzen, was beides nicht selten geschehen ist.

Schliesslich erwähnt er, dass er den Anfang gehe von Dil Vlen-spiegels Gehurt, mit Zulegung einiger Fabeln vom Pfaffen Amisund demjenigen von dem Kalenberg. Seiner anderweitigen Quellengedenkt der Verfasser nicht, und mag, da wir die von jenen über-tragenen Schwänke alle in dem ersten Dritltheilc des Buches finden,der Gedanke, andere Hülfe und Ausstattung herbeizuziehen, erst wäh-rend der Abfassung des ersten Abschnittes hei Murner entstandensein. Diese Vorrede ist nichl nur vor dem übrigen Buche gedruckt,sondern auch vor dessen Abfassung geschrieben, zunächst in der Ab-sicht, das Unternehmen, seihst vom StandpuncLe eines Geistlichen aus,zu entschuldigen, und ein Incognito anzunehmen. Die lezlere Rück-sicht ist hei den ineislen späleren Ausgaben und UcberseLzungen ganzweggefallen. In der ältesten Chiner Ausgabe fehlt eine Vorrede über-all. Die älleste Anlwcrpener schliessl sich der Vorrede des Murnereinigermaassen an. Die Erfurter Ausgaben entschuldigen das Schreibensolcher Schwankbücher ausführlicher. Nur die Collier Ausgabe v. ,1.1539 hat lediglich die Vorrede Murners abgekürzt, jedoch anstatt derJahrszahl 1500 die von 1483 untergeschoben. Bei Abfassung derVorrede der Frankfurter Ausgabe v. J. 1545 hat ersichtlich die ehen-gedachte Cölner, so wie die Erfurter Vorgelegen. Aus der Frankfurterstammt diejenige der Ausgabe v. J. 1618 und der gewöhnlichen Volks-bücher, jedoch dass jene anstatt der Jahrszahl 1483 hat 1382, diese1383 und auch 1302, sogar 1102 haben.