gung mit diesem Gegenstände mir bisweilen erwecken musste,wie es dem Anatomen mit dem Cadaver, dem Historiker mitnur zu vielen Scenen der Geschichte begegnet, und mich ent-schloss, die hier gegebene Abhandlung nebst den für deren Wür-digung dem deutschen Literarhistoriker unentbehrlichen Texte desalten Druckes dem Publicum vorzulegen. Die übrigen Beilagendürften Ihcils unentbehrlich, theils nicht unwillkommen erschei-nen. Die bibliographischen Nachrichten beruhen grossentheilsauf eigener Anschauung, welche die Herren Vorsteher der betref-fenden Bibliotheken mir hei sich oder durch Zusendung hieherfreundlichst gestatteten, theils auf deren gefälligen schriftlichenMittheilungen.
Bei so vielen und ungewöhnlichen Begünstigungen habe ichgeglaubt, in der Darlegung der Resultate dieser Forschungen, welchedem Literarhistoriker von einigem Werthe sind, nicht zurück-haltend sein zu dürfen. In der zuweilen ausführlicheren Mitthei-lung mancher Erinnerungen an den Eulenspiegel, welche sichausserhalb des Buches von seinen Schwänken in Schrift, Bildund Stein erhalten haben, hin ich allerdings mehr als meinerNeigung, dem Rathe sachkundiger Freunde gefolgt.
Aus der Untersuchung über den Verfasser des Ulenspiegel,für welchen ich den Dr. Thomas Murner zu halten kein Bedenkentrage, haben sich die biographischen und literarischen Notizen ge-staltet, welche hier zu einer ausführlichen Schilderung des Charak-ters, so wie der schriftstellerischen und polemischen Thätigkeitdieses begabten, vielseitigen, nicht unsittlichen, aber leichtferti-gen Mannes zu benutzen, dem Zwecke dieses Werkes nicht ent-sprach. Es ist mir jedoch besonders schwer geworden, daraufzu verzichten, ein umfangreiches Lebensbild desselben zu liefern,welches zugleich den damaligen Zustand mehrerer Zweige derWissenschaft und der schönen Literatur, so wie der folgenrei-chen Bewegungen auf dem kirchlichen Gebiete des westlichenDeutschlands und der Schweiz, umfassen müsste. Mögen dieseVorarbeiten geeigneten Händen dazu empfohlen sein.