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Der Midrasch Wajikra Rabba : das ist die haggadische Auslegung des dritten Buches Mose
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261
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Par. XXXVII. Cap. XXVII, 2.

2ÖI

Oder:Nach dem Thun des Menschen vergilt er ihm d. i.Mose, wie es heisst Ex. 2, 11:Und es geschah in denselben Tagen,als Mose herangewachsen war, da ging er hinaus zu seinen Brü-dern und sah ihre Lasten. Was sah er da? Er sah die Last einesMannes auf einer Frau und die Last eines Grossen auf einem Klei-nen und die Last eines Jünglings auf einem Greise; er ordnetenun ihre Lasten zwischen dem Mann und dem Weibe, zwischendem Grossen und dem Kleinen, zwischen dem Jüngling und demGreise. Da sprach Gott zu ihm: Du hast einst die Lasten meinerKinder geordnet (ntyci), bei deinem Leben! du wirst einst ihre Ge-lübde zwischen Mann und Weib, zwischen Gross und Klein, zwi-schen Jung und Alt ordnen und entscheiden! Das steht nun auchhier:Und der Ewige redete zu Mose also: Sprich zu den KindernIsraels: Wenn ein Mann ein Gelübde thut, so sollen nach deinerSchätzung die Seelen dem Ewigen gelten.

Rabban Gamliel lustwandelte einmal von Akko nach Kesib*)und sein Knecht Tabi ging vor ihm her und R. Hai hinter ihm.Da sah er einen Laib Brot auf dem Wege liegen und er sah einenHeiden und sprach zu ihm: Mabgai, hebe den Leib Brot auf! Erhob ihn auf und gesellte sich zu ihm (liess sich mit ihm in einenDisput ein). R. Ilai fragte ihn: Wie ist dein Name? Er sprach:Mabgai. Der Rabbi sprach: Hast du jemals den Gamliel gegrüsst?Nein! lautete die Antwort. Der Rabbi: Aus welchem Orte bist du?M.: Ich bin aus jenen Städten, die aus Einliegerhütten bestehen.Da haben wir drei Dinge gelernt: 1) Dass das Gesäuerte einesHeiden nach dem Pesachfeste erlaubt ist (genossen werden darf),

2) dass er (Gamliel) im heiligen Geiste erschaut hatte, dass seinName Mabgai war, 3) dass man an Speisen nicht vorübergehensoll. Das ist aber nur, sagte R. Jacob bar Sabdi im Namen desR. Abuhu, damals gesagt werden, jetzt aber geht man an Speisenvorüber (hebt sie nicht auf) wegen Zaubereien. Sie kamen nunnach Kesib und assen und tranken. Da kam ein Mann, um sichsein Gelübde losen zu lassen. Da sagte Rabban Gamliel zu R. Ilai:Berechne einmal, ob wir w r ohl ein Viertel Mass italienischen Weingetrunken haben?**) Er sagte: Jawohl! Komm hinter uns her,sagte er zu dem Bittenden, bis sich mein Rausch verloren hat. DerMann folgte ihnen, bis sie die Anhöhen von Tyrus erreicht hatten.Dort angekommen, stieg R. Gamliel vom Esel, hüllte sich in seinenTallith (seinen Gebetmantel) und liess sich da nieder. Da habenwir viele Dinge (an diesem Tage) gelernt: 1) dass ein Viertel MassWein berauscht, 2) dass der Weg den Wein verrauschen macht,

3) dass Weinberauschte nicht lehren sollen. Und von ihm habenwir drei Dinge gelernt: 1) dass Gelübde weder im Rausche, noch

*) S. Tr. Erubin fol. 64b.

**) Da wären sie betrunken gewiesen und er hätte das Gelübde nichtlösen können.