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Par. XXXIV. Cap. XXIV, 39.
entlass doch das Weib von dir, denn sie thut nichts zu deiner Ehre.Ihre Aussteuer ist für mich gross, antwortete er, ich kann sie nichtentlassen. Er sprach: Wir wollen die Aussteuer auf bringen unddann entlässt du sie. Sie thaten es, brachten die Aussteuer auf under entliess sie von sich und nahm sich eine andere Frau, die besserwar als jene. Das üble Betragen verursachte es, dass das Weib anden Senator der Stadt verheirathet wurde. Nach einigen Tagen aberkamen Leiden über ihn und der Mann w'urde blind. Das Weibführte ihn nun durch die ganze Stadt und sie ging in der ganzenNachbarschaft umher, aber in die Nachbarschaft von R. Jose desGaliläers ging sie nicht. Da ihr Mann aber die Stadt kannte, sofragte er sie: Warum führst du mich nicht in die Nachbarschaft desR. Jose des Galiläers, denn ich habe von ihm gehört, dass er wohl-thätig ist? Sie antwortete: Ich bin seine Entlassene und ich kannihm nicht ins Gesicht sehen. Eines Tages kamen sie wieder undriefen in der Nähe des R. Jose des Galiläers, er sah auf sie herabund ihre Stimme war verächtlich geworden in der ganzen Stadt.R. Jose der Galiläer achtete genau auf ihre Stimme und sah sieverächtlich gemacht (beschimpft) auf der Strasse. Er nahm sie undgab ihnen Wohnung in einem Hause von sich und er ernährte siealle Tage ihres Lebens. Deshalb heisst es: „Entziehe dich nichtvon deinem Fleische.“
Zur Zeit des R. Tanchuma brauchten die Israeliten Regen. Siekamen zu ihm und sprachen: Rabbi, ordne ein Fasten an, damitRegen komme. Er ordnete ein Fasten an, einmal, zweimal, aberes kam kein Regen. Beim drittenmal trat er auf und predigte undsprach zu ihnen (der Versammlung), dass jeder von ihnen ein gutesWerk üben sollte. Da erhob sich ein Mann und nahm alles, waser im Hause hatte und ging hinaus, um es zu vertheilen. Da be-gegnete ihm seine Entlassene (Geschiedene). Thue mir (diesem Weibe)etwas Gutes (erweise mir eine Wohlthat), sprach sie zu ihm, dennseitdem ich (sie) aus deinem Hause bin (ist), habe ich (hat sie) nochnichts Gutes gesehen. Da der Mann sie nackt und in grosser Be-drängniss sah, fühlte er Erbarmen mit ihr und gab ihr auch, weiles heisst: „Entziehe dich nicht von deinem Fleische.“ Ein Mann sahihn und ging zu R. Tanchuma hinauf und sagte: Rabbi, du sitzesthier, und dort geschieht eine grosse Sünde? Er fragte: Was hastdu denn gesehen? Er sprach: Ich habe einen Mann mit seiner Ent-lassenen (Geschiedenen) sprechen sehen, und nicht nur das, er gabihr auch Geld (Perutas), wenn er nicht verdächtigt wäre (arge Ge-danken hätte), so hätte er ihr nichts gegeben. Da schickte R. Tan-chuma nach ihm und liess ihn kommen und stellte ihm vor: MeinSohn, du weisst, die ganze Welt ist in Bedrängniss und die Leutesind bekümmert, und du gehst und unterhältst dich mit deiner Ent-lassenen (Geschiedenen). Und nicht nur das, du hast ihr sogar Geld(Perutas) gegeben, wenn du nicht verdächtigt wärest (arge Gedankenhättest), so hättest du ihr nicht Geld gegeben. Der Mann entgegnete: