242
Par. XXXIV. Cap. XXV, 39.
des Jahres werde ich euch das, was ihr verloren habt (daran fehlt)ersetzen. Am Ende des Jahres wurden sie (bei der Regierung) ver-läumdet, dass sie mit grober Seide gehandelt hätten. Da kam einBeamter von der Regierung und sprach zu ihnen: Entweder ihrmacht einen Purpurmantel für den König, oder ihr müsst sechs-hundert Denare bezahlen, und sie wurden in’s Gefängniss gethan.Als R. Simeon ben Jochai das erfuhr, ging er zu ihnen und fragtesie: Was habt ihr ausgegeben? Sie antworteten ihm: Hier liegtdie Aufzeichnung (Schrift), lies sie, und du wirst finden, dass wirsechshundert Denare weniger sechs ausgegeben haben. Da spracher zu ihnen: Gebt mir die sechs Denare, ich bringe euch heraus(aus der Haft). Sie sprachen: Du hast gesehen, dass jener Altesechshundert Denare verlangt, und du sprichst: (Gebt mir) sechsDenare und ich bringe euch heraus (aus dem Gefängniss)? Er sprach:Gebt mir nur sechs Denare und kümmert euch weiter nicht darum.Sie gaben ihm sechs Denare im Geheimen (versteckt); er ging undgab sie als Bestechung jenem Alten, damit er vor dem König weiternichts erwähne, und sie kamen aus dem Gefängniss. Sie fragtenihn: Hast du vielleicht gewusst, dass wir bestraft werden sollten?Bei eurem Leben! antwortete er ihnen, seit der Nacht des Neu-jahrstages wusste ich schon, dass man euch sechshundert Denareabverlangen werde. Sie sprachen zu ihm: Wenn du es uns gesagthättest, würden wir nicht auch diese sechs Denare zu wohlthätigenZwecken ausgegeben haben? Darauf antwortete er ihnen: Wennich es euch gesagt hätte, so würdet ihr es nicht geglaubt haben,allein ich habe es so berechnet, dass ihr das gute Werk aus lau-terer Absicht üben möchtet.
Jes. 58, 10: „Wenn du dem Hungrigen deinen Bissen reichst“d. i. wenn ihr euch um den Hungrigen Jacobs verdient gemachthabt, wo nicht, so kommt er zur Sättigung (Befriedigung) Esaus.Jes. 58, 7: „Und die verfolgten Armen führe in dein Haus.“ Dassind die, welche arm von ihrer Jugend an sind. R. Jizchak sagte:(Das ist so,) wie die Blinden Hellsehende genannt werden; darumheisst es: „Die verfolgten Armen führe in dein Haus.“
Oder: „Die herabgekommenen Armen führe in dein Haus“d. s. die Hausbesitzer, welche von ihrer Würde und von ihren Gü-tern herabgekommen sind (n^rna)*). Und was hat es ihnen zuge-zogen, dass sie verarmt sind? Weil sie nach den Armen nicht ihreHände ausgestreckt, und weil sie nicht den Willen ihres himmlischenVaters gethan haben. Darum heisst es: „Und die herabgekomme-nen Armen führe in dein Haus.“
Oder: „Unter den verfolgten Armen sind die Trauernden undHerzbekümmerten zu verstehen, deren Seelen bekümmert sind, undwer erfreut dieselben? Der Wein, wie es heisst Prov. 31, 6: „Gebetstarkes Getränk dem Unglücklichen und Wein dem Herzbeküm-
*) Der Midrasch leitet in diesem Falle n'intJ von vi' ab.