Par. XXXIV. Cap. XXV, 3g.
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Israel. R. Abuhu sagte im Namen des R. Elieser:*) Wir sind denBetrügern unter ihnen (den Armen) zu Dank verpflichtet, denngäbe es solche Betrüger unter ihnen nicht, so würde, wenn einervon ihnen einen angesprochen und er ihm die Gabe versagt hätte,dieser sofort in Todesstrafe verfallen, wie es heisst: „Er könnteüber dich zum Ewigen rufen“ u. s. w. und ferner heisst es das. 18,20:„Die sündigende Seele soll des Todes sterben.“
R. Jochanan und Resch Lakisch gingen einmal hinab nachden Bädern von Tiberias. Da trafen sie auf dem Wege einen'Armen, welcher zu ihnen sprach: Erweiset mir etwas Gutes. Sieantworteten: Wenn wir wieder (aus dem Bade) herauskommen, sowollen wir dir etwas Gutes erweisen. Als sie aus dem Bade kamen,fanden sie ihn todt. Da sprachen sie: Da wir uns nicht mit ihmbei seinem Leben befasst haben, so wollen wir uns mit ihm nachseinem Tode befassen. Als sie ihn wuschen, da fanden sie einenBeutel mit sechshundert Denaren hängend an seinem Halse. Dasprachen sie: Gelobt sei der, welcher an den Weisen und an ihrenWorten Wohlgefallen findet! Hat nicht R. Abuhu im Namen desR. Elieser gesagt: Wir sind den Betrügern unter ihnen (den Armen)zu Dank verpflichtet u. s. w. (s. oben). R. Simon sagte im Namendes R. Josua ben Levi: Nie sei die Pflicht der Wohlthätigkeit gegenden Armen gering in deinen Augen, denn ihr Schaden ist in vier-undzwanzig Flüchen bezeichnet und ihr Lohn in vierundzwanzigSegnungen. Ihr Schaden in vierundzwanzig Flüchen steht geschriebenPs. 109, 6 ff.: „Setz über ihn einen Frevler, aus dem Gericht geheals Frevler hinweg, seine Tage seien wenig, seine Kinder seienWaisen, umherschweifen sollen seine Kinder und betteln, der Wu-cherer pfände alles, was er hat, niemand erzeige ihm eine Wohl-that, seine Nachkommenschaft falle der Ausrottung anheim, gedachtwerde der Schuld seiner Väter beim Ewigen, vor dem Ewigen seiensie immerdar, er liebte den Fluch, er ziehe Fluch an als sein Ge-wand“ und so der ganze Inhalt des Psalms. Das sind aber docherst zweiundzwanzig. Warum? Weil nicht erwähnt ist das. V. 16:„Darum, dass er nicht daran dachte, Liebe zu üben.“ Ihr Lohnin vierundzwanzig Segnungen steht geschrieben Jes. 58, 7 ff.: „Siehe,sollst du nicht brechen dem Hungrigen dein Brot.“ R. Simon sagte:Es heisst nicht: tö’rtDn Nb“, sollst du nicht brechen? sondern: ttbnDYid, ist es nicht gebrochen (bestimmt, zugetheilt)? Weil am Neu-jahrstage über den Menschen beschlossen wird, was er verdienen undwas er verlieren wird. Als R. Simeon ben Jochai in der Nacht desNeujahrs eingeschlummert war, sah er im Traume, dass den Söhnenseiner Schwester von der Regierung sechshundert Denare abgenommenwerden würden. Er veranlasste sie zur Uebernahme des Armenvor-steheramtes. Sie fragten ihn, was können wir ausgeben (für die Armen) ?Er sprach zu ihnen: Schreibt mir alles auf, was ihr ausgebt, am Ende
*) S. Kethubot fol. 66 und Jerusch. Tr. Pea c. VIII.Wünsche, Midrasch Wajikra. l6