Par. XXXIV. Cap. XXV, 3g.
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ist derjenige zu verstehen, welcher arm an Gütern ist. Der Armekommt nun zu dem Reichen und spricht zu ihm: Erweise mir eineWohlthat und er versagt sie ihm. (Von diesem wird nun gesagt:)„Der Ewige hat sie alle gemacht“ d. i. wer diesen arm gemachthat, kann ihn auch reich machen, und wer diesen reich gemachthat, kann ihn auch arm machen. Spricht aber der Reiche zu demArmen: Warum gehst du nicht, um zu arbeiten, du issest, sieh,deine Schenkel, sieh, deine Beine, sieh, deinen Bauch, sieh, deinFleisch! Da spricht Gott zu ihm (dem Reichen): Nicht genug, dassdu ihm nichts von dem Deinigen gegeben, du gönnst ihm sogarnicht einmal das, was ich ihm gegeben habe. Darum heisst esKoh. 5, 13: „Er (der Reiche) zeugt einen Sohn, so hat dieser nichtirgend etwas (firnen) in seiner Hand“ d. i. von alledem, was erhatte, hinterlässt er seinem Sohne nichts, und er zieht sich selbstnoch dazu einen Makel (N72"i7o) zu. Darum warnt Mose die Israe-liten: „Wenn dein Bruder verarmt.“ R. Tanchum bar R. Chijabegann mit Koh. 7, 14: „Am guten Tage sei fröhlich, und am bösenTage magst du traurig sein, denn auch diesen gleich jenen hatGott gemacht.“ Wenn deinem Nächsten ein Unglück zugestossenist, sieh, wie du ihn glücklich machen und ihn verpflegen kannst,damit du einst Lohn dafür erhältst. So that R. Tanchuma barR. Chija. Wenn seine Mutter eine Litra Fleisch vom Markte holte,nahm sie zwei Litra, eine für ihn und eine für die Armen, weil„auch dieser gleich jenem ist“ d. i. Gott hat Arme und Reiche ge-macht, damit sie durch einander glücklich werden sollen. Darumschärft Mose den Israeliten ein: „Wenn dein Bruder verarmt.“
Oder: „Wenn dein Bruder verarmt.“ In Verbindung mit Ps.106, 43: „Viele Male rettete er sie, aber sie waren widerspenstigin ihrem Rath und wurden in Folge ihrer Sünde geschlagen.“ Inden Tagen, da die Richter richteten, dienten die Israeliten denGötzen, und sie wurden den Reichen unterworfen, als sie aber Bussethaten, wurden sie erlöst, sie wurden aber rückgängig und dientenwieder den Götzen, daher geriethen sie wieder in Unterwürfigkeit derReiche, als sie aber wieder Busse thaten, so wurden sie wieder erlöst.Bis wie lange? Darüber sind zwei Amoräer verschiedener Meinung. Dereine sagte: Bis sie aller guten Werke baar waren, der andere sagte:Bis sie derart an Gütern geschwächt waren, dass niemand von ihnenso viel in seiner Hand noch hatte, um das Opfer eines Armen zubringen, wie es heisst Lev. 14, 21: „Wenn er aber arm ist und seinVermögen nicht hinreicht.“ Acht Namen giebt es für den Armen,nämlich: vj», RpaN, pDTa, «Pi, b"i, "p, “p, "fbii. i» ist derArme nach seinem Wortsinne, "pintt heisst er, weil er nach allemsich sehnt (iNn73ttj), pö73, weil er bei allen verachtet (iitta) ist vgl.Koh. 9, 16: „Des Armen Weisheit wird verachtet,“ 7271 heisst er,d. i. weil er arm an Gütern ist, bl, weil er geschwächt (herabge-kommen b'ibnTa) an Gütern ist, “p, weil er zerstossen (zerknickt‘plan«) ist, er sieht etwas und kann es nicht essen, er sieht etwas