Druckschrift 
Der Midrasch Wajikra Rabba : das ist die haggadische Auslegung des dritten Buches Mose
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

Par. XXXI. Cap. XXIV, 2.

217

Hand und meine Leuchte ist in deiner Hand. Deine Leuchte istin meiner Hand, wie es heisst Prov. 20, 27:Eine Leuchte Gottesist die Seele des Menschen, und meine Leuchte ist in deiner Hand.

Um eine Leuchte stets brennen (aufsteigen) zu lassen.Nein, Gott spricht: Wenn du meine Leuchte brennen lässt, so lasseich deine Leuchte brennen. Das wollen die Worte sagen:Befiehlden Kindern Israels.

Oder:Befiehl den Kindern Israels. In Verbindung mitCant. 7, 6:Dein Haupt auf dir ist wie der Carmel und die Lockedeines Hauptes wie Purpur. Gott sprach zu den Israeliten: DieHäupter unter euch sind mir so lieb wie Elia, der den Carmel er-stieg, wie es heisst 1 Reg. 18, 42:Und Elia stieg auf die Spitzedes Carmeis und bückte sich zur Erde und that sein Gesicht zwi-schen seine Kniee. Warum that er sein Gesicht zwischen seineKniee? Er sprach vor Gott: Herr der Welt! wenn uns kein Ver-dienst anhaftet, so blicke auf den Bund der Beschneidung.Unddie Locke deines Hauptes wie Purpur. Gott sprach: Die Aermstenunter euch sind mir so lieb wie David, wie es heisst Sach. 12, 8:Und der Schwache unter ihnen ist an diesem Tage wie David.Oder sie sind mir so lieb wie Daniel, von dem es heisst Dan. 5, 29:Er liess den Daniel in Purpur kleiden.Der König gebundenin Locken, weil Gott sich eigentlich durch einen Schwur gebundenhatte, dass er seine Schechina an dem Gebälk (Tafelwerk) unseresVaters Jacob ruhen lassen wolle, und in wessen Verdienste? R.Abba bar Kahana sagte: Im Verdienste unseres Vaters Abraham,denn es heisst Gen. 18, 7:Zu den Rindern lief Abraham. R. Levisagte: In Jacobs Verdienste, von dem geschrieben steht Gen. 30, 38:Er legte die Stäbe, welche er geschält, in die Wasserrinnen (Trän-ken). R. Berachja versteht unterdem König, gebunden in LockenMose, von dem es heisst Deut. 33, 5:Er war König in Jeschurun(= Israel).Gebunden in Locken, weil Gott über ihn beschlossenhatte, dass er nicht in das Land Israel kommen sollte. Warumnicht? Wegen der Wasserrinnen (d^Uffi) bei dem Haderwasser, wiees heisst Num. 20, 13:Das sind die Haderwasser, wie die KinderIsraels haderten mit dem Ewigen. R. Jehuda sagte: Womit istdas zu vergleichen? Mit einem König, welcher angeordnet undgesagt hatte: Wer von den Früchten im siebenten Jahre auf liestund isst, soll auf den Campus*) versetzt werden. Eine Frau, dieTochter vornehmer Eltern (a^diu na), hatte von den Früchten dessiebenten Jahres gesammelt und gegessen und man führte sie aufden Campus. Ich bitte von dir, mein Herr König, schrie undsprach sie, hänge diese Feigen mir an meinen Hals, damit dieLeute nicht sprechen: Es kommt uns vor, dass man etwas Schänd-liches oder etwas von Zauberei an mir gefunden habe; wenn sieaber die Feigen an meinem Halse sehen, so wissen sie, weshalb

*) Ein freier Platz, wo Schauspiele für die Könige veranstaltet werden.