Par. XXX. Cap. XXIII, 40.
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nehmen. Ich habe euch geheissen: „Und sie sollen dir lautresOlivenöl nehmen.“ Bedarf ich etwa eures Lichtes? Heisst es nichtDan. 2, 22: „Licht wohnet bei ihm?“ Allein um euch zu läuternund um eure Seelen zu versöhnen, die mit einer Leuchte verglichenwird, wie es heisst Prov. 20, 27: „Eine Leuchte des Ewigen ist dieSeele des Menschen, durchforschend alle Gemächer des Innern.“Und jetzt heisse ich euch: „Nehmt euch am ersten Tage,“ um euchzu läutern, dass ich euch Regen herabströmen lasse. Darum er-mahnt Mose die Israeliten: „Und nehmt euch am ersten Tage.“R. Mani begann mit Anknüpfung an Ps. 35, 10: „Alle meine Ge-beine sprechen: Ewiger, wer ist wie du?“ Dieser Vers bezieht sichnur auf den Lulab. Das Rückgrat des Lulab gleicht dem Rück-grat des Menschen, die Myrthe gleicht dem Auge, die Weide gleichtdem Munde, der Ethrog gleicht dem Herzen. David sprach: Unterallen menschlichen Gliedern giebt es kein grösseres Glied als die,welche dem ganzen Körper gleichwiegend sind. Das wollen die Wortesagen: „Alle meine Gebeine sprechen“ u. s. w.
Oder: „Nehmt euch am ersten Tage.“ Nach all jener Weis-heit, welche von Salomo geschrieben steht 2 Chron. 1, 12: „Weis-heit und Kenntniss sei dir gegeben,“ „und die Weisheit Salomoswar sehr gross und er war weiser als alle Menschen,“ sass er undwunderte sich über diese vier Arten (Fruchtarten), wie es heisstProv. 30, 18: „Drei kann ich nicht begreifen.“ Die drei Dinge sinddas Pesachopfer, Mazza und das bittere Kraut, „und das vierteversteh’ ich nicht,“ das sind die vier Arten Lulab, die er erfassenwollte (eig. auf denen er stehen wollte). Wenn es heisst: „Fruchtdes Prachtbaumes,“ wer sagt mir, dass darunter der Ethrog gemeintist, alle Bäume tragen doch prächtige Früchte? Ferner „Palm-zweige.“ Das Gesetz befiehlt: Nimm zwei Palmzweige, um mit ihnenGott zu loben, und er nimmt nur den Lulab, das Herz von derDattel. „Und Zweige von dickbelaubten Bäumen,“ wer sagt mir,dass darunter die Myrthe zu verstehen ist? Weil es anderswoheisst Nech. 9, 15: „Geht hinaus auf den Berg und bringet
Olivenblätter, Bachweiden.“ Alle Bäume wachsen am Wasser.„Das vierte verstehe ich nicht.“ Ein andermal sagt er Prov. 30, 29:„Drei haben einen vortrefflichen Schritt, das vierte einen vortrefflichenGang.“ Das sind die vier Arten, nach denen jeder Israelit geht,läuft, davon nimmt, um Gott damit zu loben. Sie scheinen in denAugen des Menschen klein, vor Gott aber sind sie gross. Und werhat den Israeliten erklärt, dass unter den vier Arten der Ethrog,der Lulab, die Myrthe und die Weide zu verstehen ist? Die Weisen,wie es das. heisst: „Und sie sind sehr weise.“*) R. Berachja sagteim Namen des R. Levi: Wenn ihr euch nehmt am ersten Tage,siehe, so erscheine ich euch als erster und strafe euch von demersten d. i. der ruchlose Esau, von dem es heisst Gen. 25, 25: „Der
*) Dort geht es auf die Thiere.