210
Par. XXX. Cap. XXIII, 40.
zurück.“ Womit führte er ihn zurück? R. Samuel bar Jona sagtim Namen des R. Acha: Mit dem Winde führte er ihn zurück, wiees heisst: „Er lässt den Wind wehen.“ In dieser Stunde erkannteManasse, dass der Ewige Gott ist, und in dieser Stunde sprach Ma-nasse: Es giebt ein Recht und einen Richter.
R. Jizchak legte den Vers auf die Geschlechter (Zeiten) aus,wo das Volk der Israeliten keinen König und keine Propheten,keine Priester und keine Urim und Thummim hatte, sondern nurdas Gebet allein. Daher sprach David vor Gott: Herr der Welt!verachte nicht ihr Gebet s. Ps. 102, 19: „Das werde geschriebendem künftigen Geschlecht.“ Woher lässt sich beweisen, dass Gottdie Reuigen aufnimmt? „Und das neugeschaffene Volk lobpreiseJah“ d. i. das Volk, was Gott zu einer neuen Creatur umschafft.Oder: „Das werde geschrieben dem künftigen Geschlecht“ d. i. dasGeschlecht Chiskias, welches hinfällig war (zum Tode hingeneigt,dem Tode preisgegeben war), „und das neugeschaffene Volk lob-preise Jah“ d. i. das Volk, was Gott zu einer neuen Creatur er-schaffen hat. Oder: „Das werde geschrieben dem künftigen Ge-schlecht“ d. i. das Geschlecht Mardachais, welches schon dem Todepreisgegeben war, „und das neugeschaffene Volk lobpreise Jah“d. i. das Volk, was Gott zu einer neuen Creatur erschaffen hat.Oder: „Das werde geschrieben dem künftigen Geschlecht“ d. s. dieGeschlechter, welche dem Tode nahe sind, „und das neuge-schaffene Volk lobpreise Jah“ d. i. das Volk, was Gott einst zueiner neuen Creatur erschaffen wird. Und was haben wir dafür zuthun? Den Lulab und den Ethrog zu nehmen und Gott zu preisen.Deshalb ermahnt Mose die Israeliten und spricht zu ihnen: „Undnehmt euch am ersten Tage.“
Oder: „Und nehmt euch am ersten Tage.“ Das steht auchgeschrieben Ps. 96, 12: „Es juble das Feld und alles, was daraufist.“ „Es juble das Feld“ d. i. die Welt, wie es heisst Gen. 4, 8:„Es geschah, als sie (Kain und Abel) auf dem Felde (in der Welt)waren;“ „und alles, was darauf ist“ d. s. die Geschöpfe, wie esheisst Ps. 24, 1: „Dem Ewigen ist die Erde und was sie füllt.“ Esheisst 1 Chron. 16, 33: „Dann werden jubeln die Bäume des Waldes.“R. Acha sagte: Unter „Wald“ sind Bäume zu verstehen, welcheFrüchte tragen, und „unter allen Bäumen des Waldes“ sind dieBäume zu verstehen, welche keine Früchte tragen. Vor wem?„Vor dem Ewigen.“ Warum? „Denn er kommt,“ nämlich der Neu-jahrs- und Versöhnungstag. Was wird er thun? S. Ps. 98, 9: „Er wirdrichten den Erdkreis mit Gerechtigkeit und die Völker mit Gradheit.“
Oder: „Ihr sollt euch nehmen am ersten.“ Das steht auchPs. 26, 6: „Ich wasche in Unschuld meine Hände.“ Was heisst das?Der Lulab muss gekauft und nicht geraubt sein, denn es ist dortgelehrt worden*): Ein geraubter und ein vertrockneter Lulab ist
*) S. Succa fol. 29; Jerusch. Succa III.