190
Par, XXYil. Cap. XXII, 27.
nur einmal für das Leben bestimmt. „Abscheu, wer euch erwählet.“Obgleich dieses Kind aus dem Leibe seiner Mutter beschmutzt, be-sudelt und voller Schleim und Blut auf die Welt kommt, so herzenund küssen es dennoch alle, zumal wenn es ein Knäblein ist.
Oder: „Ihr seid von Nichts.“ R. Berachja sagte: ist ein
griechisches Wort und bedeutet Eins (ev). Gott sprach: Ihr seidmir eine Nation unter den Völkern der Welt, die von Nichts sind,von denen geschrieben steht: „Alle Völker sind wie Nichts vor ihm(■Hä5 “pto).“ „Und euer Thun ist von Nichtigkeit.“ R. Levi sagt:Alle Wohlthaten und Tröstungen, die Gott einst Israel wird zuTheil werden lassen, erfolgten nur wegen ihres gethanen Ausspruchesam Sinai, da sie sprachen Ex. 24, 7: „Alles, was der Ewige ge-sprochen, wollen wir thun und befolgen.“ „Ein Gräuel, wer eucherwählet“ d. i. jener Gräuel, von dem die Schrift sagt: „Sie habensich ein gegossenes Kalb gemacht.“ Von jenem Gräuel bringetmir ein Opfer, wie es heisst: „Ein Ochs oder Schaf.“ Es heisstHos. 7, 3: „Durch ihre Bosheit erfreuen sie den König?“ Warumwird aber unter den Opferthieren der Ochs zuerst genannt? R. Levisagte: Es verhält sich damit wie mit einer Matrone, über die manüble Nachreden verbreitet hatte, dass sie es mit einem der Grossender Regierung (am Hofe) halte. Der König stellte eine Unter-suchung der Dinge an, und fand, dass an ihnen nichts Wesentlicheswar (er fand das Gerücht für nicht gegründet). Was machte derKönig? Er veranstaltete ein Gastmahl und setzte jenen Mann (derdie Matrone sollte verführt haben) an die Spitze der Tischgenossen.Und das alles warum? Um kund zu thun, dass der König dieDinge untersucht und daran nichts Wesentliches gefunden habe.Ebenso höhnen die Völker der Welt die Israeliten und sprechen zuihnen: Ihr habt das Kalb gemacht, aber Gott hat die Sache unter-sucht und daran nichts Wesentliches gefunden. Darum wird derOchs an die Spitze aller Opfer gestellt, wie es heisst: „Ein Ochsoder ein Schaf oder eine Ziege.“
R. Huna und R. Ibo sagten im Namen des R. Samuel barNachman: Die Israeliten sind von jener That frei zu sprechen, dennwenn sie wirklich das goldene Kalb gefertigt hätten, so hätten siedoch sagen müssen: Dieses ist unser Gott, allein die Fremden, diemit ihnen aus Aegypten gezogen waren, haben es gefertigt und siehöhnen die Israeliten und sagen: „Dieses ist dein Gott, Israel!“
R. Jehuda bar R. Simon sagte: Es heisst Jes. 1, 3: „Der Ochskennt seinen Eigenthümer.“ Haben sie (die Israeliten) ihn nichtgekannt? Allein sie haben ihn mit der Ferse getreten (nicht be-achtet) vgl. Jerem. 4, 22: „Denn mein Volk ist thöricht, nicht kenntes mich.“ Haben sie ihn nicht gekannt? Allein sie haben ihn mitder Ferse getreten. So heisst es Hos. 2, 8: „Und sie weiss es nicht,dass ich ihr gegeben habe“ u. s. w. Sollte sie es denn nicht ge-wusst haben? Allein sie hat ihn mit der Ferse getreten.
Oder: „Ein Ochs oder ein Schaf oder eine Ziege.“ Der Ochs