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Par. XXII. Cap. XVII, 3.
gefragt. Sollte denn das möglich sein, dass ein Lehrer einen Schülergefragt habe? Allein er wollte ihn nur auf die Probe stellen. Ersprach zu ihm: Was heisst das, was Prov. 30, 7 — 9 geschriebensteht: „Zwei Dinge erbitte ich von dir: Falschheit und Lügenredehalte fern von mir; Armuth und Reichthum gieb mir nicht, lassmich verzehren das Brod meines Bedarfs; denn wenn ich übersattwürde, so könnte ich vielleicht verleugnen und sprechen: Wer istder Ewige? Und würde ich arm, so könnte ich stehlen und michan dem Namen meines Gottes vergreifen!“ Welches von beidenist wohl härter, das erste oder das letztere? Darauf antwortete er:Wir finden, dass Gott eher gegen Götzendienst als gegen Gottes-lästerung mit Nachsicht verfährt. Und woher lässt sich beweisen,dass Gott eher gegen Götzendienst nachsichtig verfährt? AusEzech. 20, 39: „Und ihr, Haus Israel! so spricht der Ewige Gott:Gehet hin und dienet ein jeder seinem Gräuel (Götzen) auch inZukunft,“ und ferner heisst es das.: „Und meinen heiligen Namenentweiht nicht mehr.“ Und die Israeliten opferten auf den ver-botenen Höhen in der Wüste und es kamen Strafen über sie, unddie Völker der Welt sahen es und sprachen: Sie opfern ihm under bringt sie um. Darum sagte Gott zu Mose: Geh und sage denIsraeliten: hütet euch! dass ihr nicht mehr auf den verbotenen Höhenopfert. Daher warnt Mose die Israeliten und spricht zu ihnen: „Einjeder aus dem Hause Israel, welcher schlachtet“ u. s. w. R. Ismaelund R. Akiba. R. Ismael sagte: Siehe, eine Erlaubniss wird auseinem Verbote gefolgert (von einem Verbote lässt sich auf eine Er-laubniss schliessen): weil die Israeliten nicht Fleisch nach Lust in derWüste geniessen durften, so erlaubt ihnen die Schrift nur von Ge-schlachtetem zu geniessen. R. Akiba dagegen sagte: Siehe, dasVerbot wird aus der Erlaubniss gefolgert: weil die Israeliten die Thiere(nicht schlachteten, sondern) durchbohrten und in der Wüste assen, sokommt die Schrift nicht und verbietet es ihnen, sondern (erlaubt ihnennur) das Schlachten. R. Ismael hat gelehrt: Weil die Israeliten nichtFleisch nach Lust in der Wüste essen durften, so warnt sie dieSchrift, dass sie ihre Opfer zum Priester bringen sollen und dieserschlachtet und nimmt es an; obgleich die Herren den ganzen Tagsitzen und rechnen, so geht doch alles nach dem Schlächter. Undwas bedeuten die zwei Schlachtungen? (Warum steht:) ünffii TliNzweimal? Es ist gelehrt worden im Namen des R. Judan: Alsgenaue Schlachtregeln sind meistens zwei bei den vierfüssigen undwenigstens eine beim Geflügel zu beobachten. Hierzu führte R. Pim-chas im Namen des R. Levi ein Beispiel an. Gleich einem Königs-sohne, welcher sehr übermüthig und gewohnt war, Fleisch von Ge-fallenem und Zerrissenem (Thieren) zu essen, da befahl der König:er soll stets an meinem Tische essen, so wird er seine Gewohn-heit dadurch von selbst ablegen. So brachten auch die Israeliten,weil sie in Aegypten dem Götzendienst ergeben waren, den Wald-teufeln ihre Opfer, wie es heisst Lev. 17, 7: „Und sie sollen nicht