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Par. XVIII. Cap. XV, i.
Hadrian, seine Gebeine mögen zerbrochen werden! fragte denR. Josua ben Chanina. Woher (aus welchem Theile des Körpers)lässt Gott den Menschen in der zukünftigen Welt erblühen? Dieserantwortete: Aus dem Knorpel des Rückgrates. Hadrian sprach zuihm: Woher willst du mir das beweisen? Bringe mir einen solchen.Man legte ihn ins Wasser und er wurde nicht erweicht, manbrachte ihn in die Mühle und er wurde nicht zermahlen, manbrachte ihn ins Feuer und er wurde nicht verbrannt, man legte ihnendlich auf den Ambos und fing an mit dem Hammer darauf zuschlagen, der Ambos wurde zertheilt, der Hammer zerschlagen undes half ihm nichts (d. i. der Knorpel blieb unverletzt). „Und jedeLust schwindet“ d. i. die Geschlechtslust, die Frieden stiftet zwischendem Mann und seinem Weibe. R. Simeon ben Chalaphtha pflegtejeden Monat unsern Rabbi (Jehuda Hannassi) zu besuchen, was eraber, als er alt geworden war, unterliess. Eines Tages kam er zuihm und er wurde von ihm gefragt: Was hat dich beschäftigt, dassdu nicht zu mir gekommen bist, wie du es gewöhnt bist? Er ant-wortete ihm: Die Fernen sind nahe und die Nahen sind fern ge-worden, aus zweien sind drei geworden und der Friedensstifter imHause ist unthätig geworden.*) (DieErklärung ist diese: Die Fernensind nahe geworden d. s. die Augen, die sonst von fern (weitem)sahen und jetzt selbst nicht einmal in der Nähe sehen. Die Nahensind fern geworden d. s. die Ohren, die sonst einmal oder zwei-mal hörten und jetzt selbst nicht einmal bei hundert Malen hören.Aus zwei sind drei geworden d. i. der Stock und die beidenFüsse. Und der Friedensstifter im Hause ist unthätig gewordend. i. die Geschlechtslust, die den Frieden zwischen dem Mann undseinem Weibe herstellt.) „Der Erdensohn geht hin in das Hausseiner Welt.“ Es heisst nicht: aViSTi r>'3, in das Haus der Welt,sondern: n'3, in das Haus seiner Welt. Daraus geht her-
vor, dass jeder Fromme eine Welt für sich hat. Gleich einemKönige, der nach einer Stadt kommt und mit ihm Feldherrn,Eparchen und Kriegsoberste, obgleich sie durch ein und dasselbeThor einziehen, so wohnt doch jeder nach seinem Range (seinerEhre, Würde). So auch der Fromme, obgleich sie alle den Todschmecken, so hat doch jeder Fromme eine Welt für sich. „Unddie Wehklagenden umherziehen auf der Strasse“ das sind dieWürmer. V. 6: „Ehe die silberne Schnur reisst“ d. i. der Fadendes Rückgrates (das Mark, das sich fadenartig durch die Wirbel-säule zieht). „Und der goldene Oelkrug zerschellt“ d. i. der Schädel.Nach R. Chija bar Nechemja ist es die Gurgel, weil sie das Goldvergeudet und das Silber leert. „Und der Eimer an der Quellezerbrochen wird“ d. i. der Bauch. R. Chija bar R. Papi und R.Josua von Sichnin im Namen des R. Levi sagten: Nach drei Tagenthut sich der Bauch des Menschen auf und giebt dem Munde das
*) S. Schabbat fol. 152“.