Par. XIV. Cap. XII, 2.
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Ebenso übergeben die Menschen Gott einen Tropfen schmutzigerFlüssigkeit im Geheimen und Gott giebt ihnen dann herrliche -undvollkommene Seelen öffentlich wieder, verdient das nicht ein grossesLob? Es heisst Hi. 36, 3: „Ich erhebe meine Gedanken zur Ferne,meinem Werkmeister verschaffe ich Recht.“ R. Levi sagte ferner:Gewöhnlich liegt ein Mensch im Gefängniss und niemand kümmertsich um ihn (achtet auf ihn); da kommt aber einer, und zündet ihmdaselbst ein Licht an, ist er ihm nicht verpflichtet? Ebenso lässtGott das Kind im Leibe seiner Mutter wohnen und er leuchtet ihmdaselbst mit einem Lichte. Das sagt auch Hi. 29, 3: „Als seineLeuchte glänzte über meinem Haupte.“ Ist das nicht ein Lob?Das wollen die Worte sagen: „Und meinem Werkmeister verschaffeich Recht.“ R. Levi sagte endlich: Gewöhnlich liegt ein Menschim Gefängnisse und kein Mensch kümmert sich um ihn, da kommtaber einer, welcher seine Fesseln löst und ihn herausführt, ist erihm nicht verpflichtet? So befindet sich auch das Kind im Leibeseiner Mutter, da kommt Gott und löst ihm seine Fesseln und führtes von da heraus ans Tageslicht.
Oder: „So ein Weib besamet wird.“ So heisst es auch Ps.10, 12: „Leben und Wohlthat hast du an mir gethan und deine Ob-hut bewahrte meinen Odem.“ R. Abba bar Kahana sagte dreierlei.Gewöhnlich' wenn der Mensch einen Beutel mit Geld mit der Oeffnungherunterwärts kehrt, fällt nicht da das Geld heraus (wird es nichtverstreut)? Das Kind ist im Leibe seiner Mutter und Gott behütees, dass es nicht herausfällt und stirbt; verdient er deshalb nichtLob? Das wollen die Worte sagen: „Leben und Wohlthat hast duan mir gethan und deine Obhut bewahrte meinen Odem.“ R. Abbabar Kahana sagte ferner: Gewöhnlich geht das Thier gekrümmt unddas Junge befindet sich in seinem Leibe wie in einer Art Sack, dasWeib dagegen geht aufrecht und das Kind befindet sich in ihremLeibe und Gott behütet es, dass es nicht herausfällt und stirbt.Das wollen die Worte sagen: „Leben und Wohlthat hast du an mirgethan.“ R. Abba bar Kahana sagte endlich: Gewöhnlich hat dasThier seine Brüste am Orte des Leibes, so dass das Junge am Orte(in der Nähe) der Scham saugt, das Weib hat aber ihre Brüste aneinem herrlichen Orte und das Kind saugt am Orte ihrer Herrlich-keit, ist das nicht Leben und Wohlthat? Das wollen die Wortesagen: „Leben und Wohlthat hast du an mir gethan.“ R. Eleasarsagte: Wenn der Mensch im Heissen auch nur eine Stunde ver-weilt, wird er nicht um’s Leben kommen? Und das Innere desWeibes ist siedend und das Kind liegt darin und Gott behütet es,dass es nicht in eine Haut, oder in eine leblose Masse, oder in eineSandale übergehe. Zeigt das nicht von Leben und Wohlthat? Daswollen die Worte sagen: „Leben und Wohlthat hast du an mir ge-than.“ R. Tachlipha von Cäsarea sagte: Wenn ein Mensch einStück nach dem andern isst, wird nicht das zweite das erste ver-drängen? Das Weib aber, wieviel Speise isst sie und wieviele Ge-