t
£ Par. X. Cap. VIII, i.
67
Gurt. Aber der Hohepriester hat noch Brustschild, Ephod, Ober-kleid und Stirnblech. Das Unterkleid dient zur Sühne derer,welche Gemischtes (Zwirn und Wolle) tragen, wie es heisst Gen.37, 3: „Und er machte ihm einen Aermelrock;“ die Beinkleiderdienen zur Sühne der Ausschweifung, wie es heisst Ex. 28, 42: „Macheihm Beinkleider von Linnen, um die Scham zu bedecken;“ derTurban dient zur Sühne des Ho'chmuthes, wie es heisst das. 29, 6:„Und setze den Kopfbund auf sein Haupt;“ der Gurt dient nachdem einem zur Sühne des Tückischen (Hinterlistigen), nach demanderen zur Sühne der Diebe. Dieser Gurt hatte nach R. Levi32 Ellen Länge und hatte vorn und hinten einen Knoten. Daspasst für den, welcher sagt, dass der Gurt zur Sühne für dieTückischen dient. Wer aber sagt, dass der Gurt zur Sühne derDiebe dient (hat das für sich), weil der Gurt hohl war, entsprechendden Dieben, die ihr Werk im Verborgenen ausüben. Das Brust-schild dient zur Sühne der Rechtsverdreher (der parteiischen Richter),wie es heisst Ex. 28, 30: „Du sollst auf das Schild des Ur-theils geben“ u. s. w. Der Ephod dient zur Sühne der Götzen-diener, wie es heisst Hos. 3, 4: „Ohne Schulterkleid und Teraphim.“R. Simon sagte im Namen des R. Nathan: Zwei Dinge haben keineSühne, das Gesetz hat ihnen aber eine gegeben, 1) die Verleum-dung und 2) unvorsätzlicher Todtschlag. Die Verleumdung hatkeine Sühne, das Gesetz hat ihr aber eine gegeben. Wodurchwird sie gesühnt? Durch die Schellen am Oberkleide, wie es heisstEx. 28, 34: „Eine Schelle von Gold und ein Granatapfel, eineSchelle von Gold und ein Granatapfel . . . und Aaron soll es an-haben beim Dienste, dass sein Schall gehört werde.“ So komme nundiese Stimme (der Laut) und sühne jene Stimme. Und der unvor-sätzliche Todtschlag hat auch keine Sühne, das Gesetz hat ihmaber eine gegeben. Wodurch wird er gesühnt? Durch den Toddes Hohenpriesters, wie es heisst Num. 35,28: „Nach dem Tode desHohenpriesters mag der Todschläger zurückkehren in das Landseines Eigenthums.“ Das Stirnblech sühnte nach der Ansicht deseinen die Frechen, nach der Ansicht des anderen die Lästerer.Wer da sagt, dass es die Frechen sühne, kann es entnehmen vonden Töchtern Zions, denn Ex. 28, 38 heisst es: „Es soll auf derStirn Aarons sein,“ und Jerem. 3, 3 heisst es: „Du hast die Stirneiner Buhlerin und willst dich nicht schämen.“ Der aber, welchersagt, es sühne die Lästerer, kann es an Goliath sehen. Vom Stirn-blech heisst es das.: „Es soll stets an seiner Stirn sein,“ und1. Sam. 16, 49 heisst es: „Der Stein (den David nach Goliath ge-worfen) fuhr in seine Stirn und er fiel auf sein Angesicht zur Erde.“Warum fiel er auf sein Gesicht? Zuerst lässt sich annehmen, da-mit der Gerechte (David) nicht sechs Ellen und eine Spanne be-müht werde. Oder: Warum fiel er auf sein Gesicht? Wegen seinesGottes Dagon, der sich auf seinem Herzen befand, wie es heisstLev. 26, 30: „Und ich werfe eure Leichname auf die Trümmer
5 *
..Ml
1