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Par. IX. Cap. VI, 12.
wird nur mit dem Frieden eröffnet, wie es heisst Deut. 20, 10:
„Wenn du dich einer Stadt nahst.so biete ihr zuerst den
Frieden an.“ R. Judan bar R. Jose sagte: Gross ist der Friede,denn der Name Gottes heisst Friede s. Jud. 6, 24: „Er nannte ihnEwiger, Friede.“ Daher ist es auch verboten, sagte R. Tanchumbar Judan, jemanden an einem schmutzigen Orte zu grüssen. R.Ismael hat gelehrt: Gross ist der Friede, denn in Bezug auf dengrossen Namen, der mit Heiligkeit geschrieben worden ist, hat Gottgeboten, dass er im Wasser ausgelöscht werde, um den Friedenzwischen dem Mann und seinem Weibe wieder herzustellen. R.Me'ir hielt einmal am Sabbathabend einen Vortrag.*) Ein Weibstand dort, horchte auf ihn und wartete so lange im Lehrhause,bis er den Vortrag beendigt batte. Als sie aus dem Lehrhausenach Hause kam, fand sie das Licht ausgelöscht. Wo bist du ge-wesen? fragte sie der Mann. Ich sass, antwortete sie, und hörtedie Stimme des Darschan (Vortragenden). Komme mir nicht wiederhierher, mag es so oder so sein, versetzte der Mann, bis du deinDarschan (Vortragenden) ins Gesicht gespieen hast. Sie sass einenSabbath, einen zweiten, einen dritten, endlich fragten sie ihre Nach-barinnen, warum sie so missgestimmt sei. Wir wollen mit dir zudem Darschan gehen, was auch geschah. Als R. Me'ir sie imheiligen Geiste voraussah, fragte er: Ist wohl ein Weib unter euch,welche versteht, einen Geheimspruch gegen Augenschmerzen zuflüstern? Da sagten ihre Nachbarinnen zu ihr: Wenn du hingehstund ihm ins Gesicht speist, so kannst du wieder bei deinem Mannewohnen. Als sie sich nun vor ihn hinsetzte (um das Heilmittel an-zuwenden), fürchtete sie sich vor ihm. Sie sprach: Rabbi, ich ver-stehe nicht, einen Geheimspruch gegen das Auge zu flüstern.Er sprach zu ihr: So speie mir wenigstens siebenmal ins Gesichtund ich werde schon geheilt werden. Sie that es und er sagtedarauf zu ihr: Gehe nun (nach Hause) und sage deinem Manne:Du hast mir aufgetragen, ich sollte dem Darschan einmal ins Ge-sicht speien, ich habe es siebenmal gethan. Da sprachen seineSchüler zu ihm: Rabbi, verachtet man die Thora (Gelehrsamkeit)so? Hättest du nicht einem von uns befehlen können, dir einenSpruch zu flüstern? Er antwortete: Ist es nicht genug für
Me'ir, dass er seinem Schöpfer gleicht? Denn R. Ismael hat ge-lehrt: Gross ist der Friede, dass Gott in Bezug auf seinen grossenNamen, der mit Heiligkeit geschrieben ist, befohlen, dass er zurErhaltung des Friedens zwischen dem Manne und seinem Weibe imWasser ausgelöscht werde. R. Simeon bar Chalaphtha sagte: Grossist der Friede, denn als Gott seine Welt erschuf, machte er Friedenzwischen den Oberen und Unteren (Wesen). Am ersten Tage er-schuf er etwas von den Oberen und von den Unteren (Dingen),wie es heisst Gen. 1, 1: „Im Anfang schuf Gott den Himmel und.
*) Zu dieser Erzählung vgl. Jerusch. Sota I, l 6 ä unten.