Par. IX. Cap. VII, 12.
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nächst sagte er: Gross ist der Friede, denn alle Gebote sind mitihm geschrieben, wie Ex. 23, 5: „Wenn du siehst den Esel deinesFeindes“ u. s. w., das. V. 4: „So du den Ochsen deines Feindestriffst“ u. s. w. Diese Gebote hast du nur zu erfüllen, wenn sichdir eine Gelegenheit dazu darbietet, wenn sich dir aber keine Ge-legenheit dazu bietet, so brauchst du sie nicht zu erfüllen, aber hier(vom Frieden) heisst es Ps. 34, 15: „Suche den Frieden und strebeihm nach“ d. i. suche ihn an deinem Orte und laufe ihm nach aneinem andern Orte (wo du ihn herstellen kannst). Chiskia hat fernergesagt: Gross ist der Friede, denn bei allen Zügen (in der Wüste)heisst es immer s. Num. 33, 6: „Sie brachen auf und lagerten“
d. i. sie brachen auf mit Streitigkeiten und lagerten mit Streitig-keiten.*) Als sie aber vor den Berg Sinai kamen, da bildeten sienur ein Lager, wie es heisst Ex. 19, 2: „Und es lagerte daselbstIsrael.“ Es heisst nicht: i:m, es lagerten daselbst die Kinder Is-raels, sondern: „'m es lagerte daselbst Israel.“ Nun ist die Zeitgekommen, sprach Gott, dass ich meinen Kindern das Gesetz gebe.Bar Kapra sagte dreierlei. Zuerst sagte er: Gross ist der Friede,denn zu seiner Erhaltung spricht die Schrift Erdichtetes (Lügen-haftes). Um den Frieden zwischen Abraham und Sara zu erhalten,heisst es Gen. 18, 12: (Sara sagte:) „Nun ich alt bin, soll ich derWollust pflegen und mein Herr ist alt,“ aber zu Abraham hat ernicht so gesagt, sondern: „Und ich bin alt?“ Bar Kapra hat fernergesagt: Gross ist der Friede, denn die Schrift redet sogar Er-dichtetes in den Propheten. Um den Frieden zwischen dem Mannund seinem Weib herzustellen, wie es heisst Jud. 13, 3: (Der Engelsagte zu Manoas Weibe): „Siehe du bist unfruchtbar und hast nichtgeboren, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären;“aber zum Manne hat er nicht so gesagt, sondern das. V. 13: „Vonallem, was ich dem Weibe gesagt, soll sie sich hüten“ d. i. jeden-falls muss sie Zeichen haben. Bar Kapra hat endlich noch gesagt:Gross ist der Friede! Wenn schon die Oberen (Geister), unter denenes weder Neid, noch Hass, noch Zorn, noch Streitigkeiten, nochZwistigkeiten, noch Missgunst giebt, des Friedens bedürfen, wie esheisst Hi. 25, 2: „Er stiftet Frieden in seinen Höhen,“ um wie vielmehr bedürfen die Unteren (Geister) desselben, unter denen allediese (schlechten) Eigenschaften vorhanden sind! R. Simeon benGamliel hat gesagt: Gross ist der Friede, denn die Schrift bedientsich Erdichtungen in der Thora, um den Frieden zwischen Josephund seinen Brüdern herzustellen, wie es heisst Gen. 50, 17: „(DieBrüder sprachen: unser Vater hat uns befohlen:) So sollt ihr zuJoseph sprechen: Ach, vergieb doch das Vergehen deiner Brüder,“und wir finden nicht, dass es Jacob ihnen befohlen hätte. R. Joseder Galiläer sagte: Gross ist der Friede, denn selbst der Krieg
*) Wegen des Plurals: Sie brachen auf und sie lagerten, es hatte jederseine Meinung.