Par. VI. Cap. V, I.
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Levi stand dort. Hat nicht für diesen Fall schon das^Gesetz das Ur-theil abgegeben: „Er ist Zeuge, sei es, dass er es gesehen oder es
weiss.“ Ueberhaupt (eine Hauptlehre ist es) sei ein falscher Eid nichtgering in deinen Augen, denn Sacharja hat in Bezug darauf ge-schaut s. Sach. 5, 23: „Ich hob meine Augen auf und sah einefliegende Rolle.“ Was heisst nsy? fliegend vgl. Jes. 6, 6:
„Es flog zu mir einer der Seraphim. Und er sprach zu mir:Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe eine fliegende Rolle.“ R.Abuhu sagte: Selbst die Haut eines Elephanten und eines Kamelsist nicht so lang als diese (eig. ist nicht in diesem Masse), und dusagst: Diese (Rolle) breitete sich aus über die ganze Erde? Woherist sie denn gekommen? Von der Thür der Halle (Vorhof), dennes ist gelehrt worden: Die Höhe des Eingangs der Halle war40 Ellen und die Breite 20 Ellen. R. Eibu sagte: Warum lässtman den Menschen beim Gesetzbuche schwören und bringt vor ihnaufgeblasene Schläuche? Um damit anzudeuten: Gestern war dieserSchlauch voll mit Sehnen und Beinen und jetzt ist er leer davon. Soauch geht der, welcher seinen Nächsten zum falschen Schwur verleitet,zuletzt ganz leer von allem Vermögen aus. Nach R. Asi ist dasnur bei einem falschen Eide der Fall, nach R. Jona aber auch beieinem wahrhaftigen Eide. R. Janai hielt einen Vortrag über das,was R. Jona hier gesagt hat. R. Simeon sagte: Man überträgtnicht einen Eid auf denjenigen, welcher eines falschen verdächtigtist und man überträgt ihn auch nicht auf denjenigen, welcher nachdem Eid läuft. Es wird ein Fall mit Bar Telamjon (Bartholomäus)erzählt, welcher für R. Asis Meinung eine Stütze ist. Ein Mannhatte einem, Namens Bar Telamjon, hundert Denare zur Aufbe-wahrung gegeben; als er dieselben zurückverlangte, sprach er: Wasdu mir zur Aufbewahrung gegeben hast, hast du schon zurücker-halten. Er sprach zu ihm: Beschwöre es mir! Was that BarTelamjon? Er nahm ein Rohr, höhlte es aus, that die Denarehinein und stützte sich auf das Rohr und ging so zu dem Eigen-thümer und sprach: Hier nimm das Rohr in deine Hand, ich willdir es beschwören. Als er zur Versammlung kam, sprach er: Ichschwöre bei dem Herrn dieses Hauses (d. i. Gott), was du in meineHand mir übergeben hattest, das habe ich in deine Hand dir zu-rückgegeben. Er nahm dann das Rohr wieder aus seiner Handund es fiel auf die Erde. Da fielen jene Denare heraus und ver-streuten sich und er lass sie auf. Nun sagte jener (der Schuldnerzu seinem Gläubiger): Lies auf! lies auf! denn das, was du auf-liest, ist das deinige. — Es heisst Ex. 22, 11: „Der Schwur beimEwigen soll zwischen ihnen beiden entscheiden“ d. i. dass er nichtvon beiden weiche; denn wenn einer einen falschen Schwur thut, sogeht es zuletzt über ihn aus (in Erfüllung) und so auch, wenn derBeschworene falsch beschworen wird, so geht es über ihn aus.
Eine Frau ging zu ihrer Nachbarin, um einen Teig zu knetenund es waren in ihren Mantel drei Denare eingewickelt. Sie nahm