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Par. IY. Cap. IV, I. 27
voll.“ Drei nehmen masslos und geben auch masslos: die Erde,
das Meer und die Regierung. R. Josua von Sichnin sagte im Namendes R. Levi: Sechsmal steht hier (in diesem Capitel) das Wortgegenüber den sechs Schöpfungstagen. Gott spricht nämlich zu derSeele: Alles, was ich in den sechs Tagen erschaffen, habe ich nurdeinetwegen erschaffen, und du gehst und sündigst?
* Oder: „Eine Seele, die sündigt.“ In Verbindung mit Prov. 19, 2:
„Auch ohne Kenntniss ist die Seele nicht gut.“ Gleich einemWanderer, sagte R. Rabina bar Abina, der gewöhnlich mit Sonnen-aufgang den Beischlaf vollzog. Einmal hatte er es vergessen undhatte den Beischlaf vor Sonnenaufgang geübt (eig. sein Lager be-dient), ohne es zu wissen, was nicht gut war und nun erst, wenner es gewusst hätte! „Und nicht nur das, sondern: „Wer mit denFüssen eilt, sündigt.“ R. Jizchak bar Samuel bar Martha im NamenRabs nahm folgendes Beispiel an. Ein Fleischhändler hatte zweiLäden, in einem verkaufte er Geschlachtetes, in dem andern Ge-fallenes, aber einmal vergass er es und nahm von dem, was er alsGefallenes verkaufte (d. i. er vertauschte beides), obwohl er es nichtwusste, so war es doch nicht -gut, wenn er es erst gewusst hätteund davon genommen hätte, um wie viel schlimmer wäre es ge-wesen! Und nicht nur das, sondern wer mit den Füssen eilt, ist
' ein Sünder. R. Jochanan erklärte den Vers mit Bezug auf den
Sabbath. Es hatte jemand zwei Wege vor sich; der eine war ebenund glatt (frei von Dornen und Disteln), der andere voll von Dornenund Erdschollen; er vergass es aber und schlug den Weg ein, dervoll von Dornen und Erdschollen war. Obwohl er es nicht wusste,so war es nicht gut, wenn er es aber gewusst hätte und wärediesen Weg gegangen (so wäre er mit Recht ein Sünder zu nennen).
Oder: „Auch ohne Kenntniss ist die Seele nicht gut.“ R.Jochanan und R. Simeon ben Levi. R. Jochanan sagte: Sünd- undSchuldopfer sind verboten (Gott nicht wohlgefällig), gelobte und frei-willig gebrachte Gaben sind erlaubt. R. Simeon ben Levi sagte: Auchgelobte und freiwillige Gaben sind verboten (Gott nicht wohlgefällig).Oder: „Auch ohne Kenntniss“ u. s. w. Das sind die aus Irrthum(Versehen) begangenen Sünden, und „wer mit den Füssen eilt, istein Sünder,“ dass sind die vorsätzlichen Vergehungen. Du kannstes daraus erkennen, dass es ein Irrthum ist, und wer ihn thut, be-geht eine Sünde.
1 „So eine Seele aus Versehen sündigt.“ Zehn Dinge dienen der
Seele: Der Schlund für die Nahrung, die Röhre für die Stimme, dieLeber für den Zorn, die Lunge für das Trinken, die Haube zumZermalen, die Milz zum Lachen, der Magen zum Schlaf, die Gallezur Eifersucht, die Nieren zum Denken, das Herz beschliesst unddie Seele steht über allen. Dich habe ich über alle gesetzt, sprichtGott zur Seele, und du ziehst aus, raubst, übst Gewalt und sündigst?
„Sprich zu den Kindern Israels: So eine Seele sündigt“ u. s. w.R. Ismael hat gelehrt: Gleich einem König, welcher einen Lustgarten
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