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Par. II. Cap. I, 5. Par. III. Cap. II, I.
beim Widder, damit der Mensch nicht bei sich denke, ich will häss-liche und ungeziemende Dinge thun, ich will einen Ochsen bringen,an dem viel Fleisch ist, und auf dem Altar darbringen, siehe, ichwerde mit ihm Gnade üben, und er wird mich in Busse aufnehmen.Darum wird nur beim Widder und nicht beim Ochsen das Wort:ttn'apii, darbringen gebraucht.
Parascha III.
Cap. II, V. 1. So jemand will dem Ewigen die Opfer-gabe eines Speisopfers darbringen. R. Jizchak begann mitKoh. 4, 6: „Besser eine Hand voll Ruhe, als beide Fäuste vollMühseligkeit und quälende Sorge.“ Besser ist der, welcher nur zweiOrdnungen lernt und sie übt, als der, welcher Halachot lernt undsie nicht übt, er hat nichts weiter davon als „leeren Wind“ d. i.es ist ihm nur darum zu thun, ein Halachotkundiger genanntzu werden (eig. sein Sinnen geht nur darauf, dass er u. s. w.).Besser ist der, welcher Halachot lernt und sie übt, als der, welcherHalachot und Regeln lernt und sie nicht übt, er hat nichts weiterdavon als „quälende Sorge“ d. i. es ist ihm nur darum zu thun,ein Mechiltakundiger genannt zu werden. Besser ist der, welcherHalachot und Regeln lernt und sie übt, als der, welcher Halachotund Regeln und Talmud lernt und sie nicht übt, er hat nichtsweiter davon als „quälende Sorge“ d. i. es ist ihm nur darum zu.thun, ein Gesetzkundiger zu heissen. Besser ist der, welcher nurzehn Goldstücke besitzt und damit handelt (sie nimmt und giebt)und sich damit ernährt, als der, welcher geht und Geld auf Zinsenleiht. Im Sprichwort heisst es: Wer auf Zinsen geliehen nimmt,
bringt sich um das Seinige und um das Nichtseinige (das was andernist), und er hat nur „quälende Sorge“ davon d. i. einem solchenist es nur darum zu thun, ein Geschäftsmann zu heissen. Besserist der, welcher mildthätig mit dem Seinigen ist, als der, welchergeht und raubt und erpresst und Almosen giebt von dem, was an-dern ist. Im Sprichwort heisst es: Sie buhlt für Aepfel und ver-theilt sie unter die Kranken.*) Er hat nur „quälende Sorge“ davond. i. es ist einem solchen nur darum zu thun, einer genannt zuwerden, welcher die Gesetze treu befolgt. Besser ist der, welchernur einen Garten hat, ihn düngt und pflegt und sich davon ernährt,als der, welcher die Gärten von anderen um die Hälfte nimmt.Im Sprichwort heisst es: Wer einen Garten pachtet, der isst Vögel,pachtet er aber viele Gärten, so fressen ihn die Vögel.**) Er hatnur „quälende Sorge“ davon d. i. sein Sinnen geht nur darauf, ein
*) Der Talmud bezeichnet dieses Gebahren mit den Worten: msaein Gebet, dessen Befolgung durch die Uebertretung einesandern geschieht. Auch das deutsche Sprichwort: Leder stehlen und denArmen Schuhe daraus machen, correspondirt mit dem midraschischen. Vgl.Dukes, Rabbinische Blumenlese S. 139.
**) Grund: Weil er viele Gärten nicht beaufsichtigen kann.