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Ein Hauptstück von unserer Muttersprache : Mahnruf an alle national gesinnten Deutschen
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Eine andere Erwägung aber fällt viel schwerer ins Gewichtund läßt von vornherein einen Erfolg zweifelhaft erscheinen. Werkönnte und wollte sich da täuschen! Denn es ist nicht zu leug-nen, daß eine sehr große Gleichgiltigkeit gegen die Reinheit undSchönheit der deutschen Sprache fast ganz allgemein herrscht.Ein Eintreten für diese Ziele ist also keinesweges einladend undermnthigend. Klüger, weltklnger möchte es jedenfalls sein, zuschweigen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Aber eineedle und bedeutende Sache hat das Recht, Math und Entschlossen-heit zu verlangen, und Derjenige, der eine solche Sache in ihremAdel und ihrer Größe erkannt hat, hat auch die Verpflichtung,für sie einzutrcten. Er muß seine Schuldigkeit thun. Und dader Erfolg menschlicher Bestrebungen niemals in der Hand vonderen Trägern liegt, so darf er auch hier ruhig den Erfolg jenenhöhern Mächten, die ihn herbeiführen oder zurückhaltcn, anver-trauen. In diesem Sinne glaube ich nur eine unabweislichePflicht zu erfüllen. Ich will meiner Nation diesen Dienst er-weisen und will ihr diesen Spiegel Vorhalten, gleichviel, wasdaraus werden mag.

Jene allgemeine Gleichgiltigkeit ist allerdings auffällig genug,und wenn man sie mit andern verwandten Erscheinungen ver-gleicht, nicht eben leicht begreiflich. Denn die Sprache bildetfortwährend einen Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit wieder wissenschaftlichen Forschung. Man macht allerlei Wörterbücherunsrer Sprache, erforscht sie in ihren Anfängen und Umbil-dungen und sucht die Gesetze ihres Baues und ihrer Wandlungenans. Man schreibt Bücher über den Sprachgebrauch und dieSprachrichtigkeit, über die sprachlichen Unarten und Verstößeder Gegenwart, man ereifert sich über irgend ein neugebildetesWort oft ganz unmäßig, man fördert tausend und eine Schriftüber die Rechtschreibnngsfrage ans Licht und zeigt sich höchstempfindlich gegen ungewohnte oder unbekannte Einzelnheitcn, die