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Wir Ludwig von Gottes genaden Marggraf ze Brandenburgund ze Lusiz, desgleichen des heilligen Römischen Reichs obristerCamerer, Pfalzgraf beim Rhein und Herzog in Bairn und Cärnten,Graf ze Tirol und Görz, und vogt der Gottsheuser ze Agley,Trient und Brixen, bekhennen und thuen kundt öffentlich in disembrief, das der edl Mann Herzog Kuenradt von Teckh, unserHaubtman in unserer Herrschafft und gebiet Tirol, mit Rathder erwürdigen Herren Bischof Marquarts von Augspurg, unserslieben Haimblichers, Hainrich von Annenberg und andere unsersRaths Breund, und mit Willen und Rath auch Gonst des erwür-digen Herrn Bischoven Matheusen ze Brixen und anderer Gots-hueser und Prelaten, sy sein geistlich oder weltlich, und allererbar Leuth, die aigen und urbar in derselben unser Herrschaftund Gebiet haben, von des grossen Gebrechen wegen, der unsund aller meniklich überall in dem Landt anligend ist von Todts-wegen, der in dem Landt ist gewesen, und besond erlichen umbPaureeht Handtwerchs leuth und Arbaiter, semblirhe Gesaz undGepot durch gemain Frum und Nuz unser und des Landts ge-setzt und gemacht hat, als hernach geschrieben steet.
Das erste Gebot und Gesaz ist umb Pauleuth, das alle Pau-leuth, die uns oder andern, die in unser Herrschaft gesessen sindt,angehörent, bey ihren Höfen und Guettern, es sey Zinsguet oderander Guet, bleiben sollen, und davon nicht ziechen an ihresHerren Willen und an kundliche oder redliche Ursaeh. Es sollauch jeder Pauman seinen Herrn zinsen und dienen, als dan denHerrn dunckht, das was sein Guet ertragen mag, und auch derPauman nach Gnaden (286) erzeugen müg ongeverde, und ist inkhains andern Ablas gebunden, als wir in der vordem Handt-vesten gesetzt betten. Wäre aber, das ain Pauman von seinesHerrn Guet an seinem Willen züg hindter ainen andern Herrnoder in ain ander Gericht, so mag derselb Herr, von dem derPaumann gezogen ist, seinem Pauman nachfarn und im vordeman dem, hindter den er ist gefaren, und soll im dan derselb inunverzogenlichen volgen lassen. Thät er das nicht, so ist er demder seinen Pauman vordert, als offt das geschieht, je fünfzigPhundt Perner zu ainer Peen verfallen. Und darnach mag er