Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

Ton tiefen Mitleids in seiner klangvollen Stimme,EureMutter sollte Euch zu dieser Stunde nicht allein auSgelienlassen."

Mutter! Mutter!" wiederholte das Mädchen imTon des Erstaunens.

Habt Ihr keine Mutter?"

Nein. Einen Pater hatte ich einmal. Aber erstarb, so sagen sie. Ich sah ihn nicht sterben. Ich weinemanchmal, wenn ich denke, daß ich ihn nie nie wiedersehen soll! Aber," sagte sie, vom Ton der Melancholiebeinahe in den der Freude übergehend,er soll ein Grabhier bekommen, wie der andern Mädchen Vater einenschönen Stein darauf und das Alles von meinemGelde!"

Eurem Gelde, mein Kind?"

Ja, dem Geld, daS ich verdiene. Ich verkaufe meineArbeit und bringe das Geld meinem Großvater; aber einWenig lege ich jede Woche zurück zu einem Grabstein fürmeinen Vater."

Wird der Grabstein auf diesenKirchhofkommen?"Sie waren jetzt in einer andern Gaffe, und im Sprechenhielt der Fremde sie aus, beugte sich, um ihr ins Gesicht zusehen, herab, und murmelte vor sich hin:Ist eS möglich? Ja, es muß seyn es muß!"

Ja! ich liebe diesen Kirchhof mein Bruder hießmich hier Blumen streuen; und Großvater und ich sitzenim Sommer hier ohne zu sprechen. Aber ich schwatze über-haupt nicht viel, ich singe lieber: