Druckschrift 
4 (1834)
Entstehung
Seite
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unschuldige zärtliche Gedanken sollten gekleidetseyn. So schon war Lucie in ihrer mädchenhaftenund liebkosenden Beschäftigung, und so wenigschien sie geeignet, das Werkzeug ehrsüchtigerPlane und das Opfer weltlicher Berechnungen zuwerden, daß Branden plötzlich im innersten Her-zen ergriffen bei ihrem Anblick verstummte; baldjedoch sammelte er sich wieder-, näherte sich ihrund sagte als feiner Weltmann:Glücklich istder, für welchen solche Liebkosungen und Worteaufgespart sind."

Lucie wandte sich um.Er ist krank" sagtesie auf den Vogel deutend, der mit steifen undgesträubten Federn dasaß, stumm und gleichgültigselbst gegen die Stimme, welche so musikalisch warwie seine eigne.

Armer Gefangner!" sagte Vrandon,selbstein vergoldeter Käfig und süße Tone können Dirden Verlust der freyen Luft und der wilden Wäl-der nicht ersetzen."

Aber" sagte Lucie ängstlich,es ist dochnicht die Einsperrung die ihn krank macht. WennSie das meinen, will ich ihn sogleich sreilassen."

Wie lang hast Du ihn schon?" fragte Bran-den.

Drei Jahre," antwortete Lucie.

Und es ist Dein liebster Liebling?"

Ja, er singt nicht so hübsch als die andern,aber er ist viel gescheuter und so zärtlich!"