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befriedigt. Eben diese Eigenschaften fordert aber auch das epische Gedicht,und gerade in eben der Mischung und Stimmung diejenige besondere Artdesselben, der wir Hermann und Dorothea bcigczählt haben.
Durch diese Uebcrcinstimmung nun mußte nothwendig das entstehen,wovon wir, als der Totalwirknng des ganzen Gedichtes, im Anfänge (I.)ansgingen: die strenge und rein poetische Objcctivität, die Verbindungvollkommener Individualität mit echter Idealität. Es mußte die Erschei-nung Hervorkommen, daß wir uns von einem einfachen und schlichtenGegenstände aus in eine Welt identischer Gestalten versetzt, von einemeinzigen Bilde aus zu den höchsten Ansichten erhoben, von den tiefstenEmpfindungen durchdrungen fühlen.
Wenn uns die Auseinandersetzung unserer Gedanken gelungen ist,so muß der Leser nicht nur jetzt Ansehen, wie dies zugcgangen ist, sondernauch auf das deutlichste verstehen, wie es bloß dadurch möglich war, daßsich der Dichter ausschließlich unserer Einbildungskraft bemeisterte.
6IV.
S ck t a ß.
Da wir jetzt nichts mehr über unseren Gegenstand hinzuznfügenhaben, so sei es uns erlaubt, noch einen allgemeinen Blick auf die Aesthc-tik überhaupt zu werfen.
Wir haben in unserer Untersuchung auf die ersten Grundsätze der-selben zurückgcheu, wir haben die Frage vorlcgen müssen: wie sind über-haupt ästhetische Wirkungen durch den Künstler möglich? Wir haben esnicht vermeiden können, das Wesen der Kunst überhaupt nahe zu berüh-ren, da sowohl unter allen Dichternaturen die unseres Dichters, als unterallen Dichtungsarten die epische das reinste Gepräge der darstellendenKunst überhaupt an sich trägt.
Wir haben uns bei dieser Veranlassung genauer über das Wesen unddie Methode der Aesthetik im Allgemeinen geprüft, und zu finden geglaubt,daß sie alle ihre Gesetze allein aus der Natur der Einbildungskraft, fürsich genommen und auf die anderen Gemüthskräfte bezogen, ableiten, undum vollständig zu sein, einen doppelten Kreis vollenden muß, einmal