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die Sonne sich znm Untergänge neigt, nach Hause. Wie groß malt eruns dieses Schauspiel!
Also gingen die zwei entgegen der sinkenden Sonne,
Die in Wolken sich tief, gewittcrdrohcnd, verhüllte,
AnS dem Schleier, bald hier, bald dort, mit glühenden BlickenStrahlend über das Feld die ahnungsvolle Beleuchtung.
Es wird Nacht.
Herrlich glänzte der Mond, der volle, vom Himmel herunter;
Nacht war's, völlig bedeckt das letzte Schimmern der Sonne;
Und so lagen vor ihnen in Massen gegen einanderLichter, hell wie der Tag, und Schatten dunkler Nächte.
Ein reifes Kornfeld wogt, von der Luft bewegt, hin und wieder. Er-nennt es eine goldene Kraft, die sich im ganzen Felde bewegt. Aber selbstbei diesen Schilderungen sieht man schon, daß er auch sinnliche Gegen-stände nicht bloß den Sinnen malt, daß er immer die Einbildungskraftzugleich tiefer stimmt, alles charakteristisch, alles in Beziehung ans dieganze Wirkung zeichnet, die es auf uns ausübt.
Denn dies ist die große und schöne Eigenthümlichkeit seines Vor-trages. So wie er, wie wir im ersten Thcile dieses Aufsatzes sahen, über-haupt immer zugleich und in Eins verbunden die Gestalt mit der Gesin-nung darstellt, eben so wählt er auch immer einen Ausdruck, der zugleichbeides, die ersterc in aller ihrer Individualität, die letztere in aller ihrerWahrheit zeigt. Daher besitzt er eine so eigenthümliche Kunst, viel durcheinzelne Beiwörter auSzurichtcu, am meisten durch die, welche auf den er-sten Anblick, und aus dem Zusammenhänge herausgerisscn, äußerst einfachscheinen, wie der wohlgebildcte Sohn, der menschliche Hauswirth, die zu-verlässige Gattin.
Wo er Empfindungen malt oder Wahrheiten ausführt, da vermei-det er jedes Wort, das übertrieben oder künstlich scheinen, oder mit demnur überhaupt das einfachste und schlichteste Gefühl nicht sympathisirenkönnte; dagegen knüpft er immer alles das auf einmal zusammen, wasmit dieser Einfachheit verträglich ist. Dadurch bekommt jeder seiner Aus-sprüche ein gewisses gediegenes und antikes Ansehen, und die Begriffe vonTugend, von Glück, von Leben gewinnen bei ihm einen Gehalt und eineFülle, die wir vergebens bei einem anderen Dichter suchen. Es scheinennicht mehr Worte und Schilderungen; es scheinen diese Gefühle selbst,