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nicht, daß nur weniger, nur daß wir mit andcrcn Augen schein Dadurchist das Feld des Dichters nicht vereinst, nur sein Ton verändert worden.
Wo derselbe indes; nun wirtlich Handlnng dargestellt hat, da gehtsic auch ununterbrochen fort, steht sic vom ersten Gesänge an keinen Au-genblick still. So oft wir auch bloß Zuhörer der Unterredungen deranfgefichrten Personen sind, so vertreten dieselben doch nie die Stelle derHandlung, sondern sind immer vollkommen an ihrem Platze. Statt alsodaß ihre häufige Wiederkehr ein Fehler des Planes wäre, ist sic nur eineunvermeidliche Folge des einmal gewählten Stoffes. Sie dienen nochaußerdem eine gewisse Weile zu bewirken, den Gang der Handlnng baldanzuhalten, bald zu beschleunigen. Denn nirgends bewegt sich dieselbeweder zu rasch slir die Zeit, die ihr gegeben ist, noch zu langsam für diebegierige Aufmerksamkeit des Lesers.
Was aber diesem Gange vorzüglich Leichtigkeit und Natürlichkeitgicbt, ist die Menge der einzelnen Momente, in welche sic vcrthcilt ist, undderen man in diesem kleinen Umfange, ohne nur irgend zu sehr eiuzu-schneidcn, gewiß gegen Hundert zählen könnte. Wie wichtig dieser Um-stand ist, beweist uns Homer, der vorzüglich dadurch die ungeheure Indi-vidualität, die schöne Bewegung, daS rege Leben erhält, daß er alle Augen-blicke absetzt, und daß immer Moment auf Moment folgt, so daß der kür-zeste Gesang, wenn man ihn am Ende in allem seinen Detail, nach allenden Punkten übersieht, wo man, einen Augenblick verweilend, von einemUmstande zum anderen überging, in der Erinnerung eine beträchtlicheLänge erhält, dadurch die Natur nachahmt, und die Phantasie gleichsamtäuscht, die wirkliche Zeit selbst mit durchlaufen zu haben. Je mehr dieKette der Begebenheiten gegliedert ist, desto weniger scheinen die einzelnenGlieder ans der willkürlichen Anlage des Dichters, desto nothweudiger auseinander selbst zu entstehen, und desto geschmeidiger wird das Ganze.Dadurch vorzüglich unterscheidet sich der Dichter der Natur von dem Dich-ter der Schule, und selbst ohne auf den Zuwachs zn sehen, den er dadurchan Leichtigkeit und Freiheit gewinnt, ist cs schon in Absicht der bloßenForm des Fortschreitend der Handlung der Einbildungskraft gefälliger, siegleich einem leicht bewegten Strome in lauter kleinen, sanft gebrochenenund doch immer stetigen Wellen hinfließen zn sehen.