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unerwartet dazwischen treten, und die wirkliche Verbindung, die noch nichtgeschehen ist, aufschicben. Wäre cs möglich, diesen Stoff als Tragödie zubehandeln, so würde sogar erst hier der Knoten geschürzt werden, erst hierdie Handlung angchcn müssen. So mächtig aber ist die Stimmung, inwelche der Dichter unser Gemüth versetzt, so ganz hat er dasselbe in seinerGewalt, daß, wenn wir alsdann mit Gewißheit plötzliche Schwierigkeitenerwarten würden, wir hier die eigentliche Vollziehung der Verbindungselbst nur als eine nothwendigc Folge mischen, die der Dichter bloß darumnicht mit in seinen Plan anfnimmt, weil sie sich nunmehr natürlich vonselbst versteht.
Bei einem Stoffe, wie ihn unser Dichter wählte, mußte nothwcndigein großer Theil seines Gedichtes in Gesprächen bestehen; eine gewisse Ar-mnth an Handlung kann ihm bei einem solchen Gegenstände nicht alsFehler vorgeworfen werden. Wohl aber muß man ihm den Ncichthnman Bewegung zum Verdienst anrechnen, den er sich auch hier noch zu ver-schaffen gewußt hat. Wenn man von dem Dichter nicht mehr verlangenkann, als daß er ans seinem Stoffe alles das Leben, alle die sinnlicheMannichsaltigkeit ziehe, deren derselbe fähig ist, so hat der unscrige diesePflicht im genauesten Verstände erfüllt. Wir wollen hier nicht anführen,wie gut er das Gedränge und die Verwirrung des Zuges, das Elend desKrieges, die merkwürdige Begebenheit, die ihn veranlaßt, zu benutzen ver-standen hat; diese Dinge waren vielleicht zu groß und zu sehr in die Au-gen fallend, um stillschweigend bei ihnen vorüberzugchcn. Aber wie an-schaulich hat er auch das geschildert, was allein das Werk seiner Einbil-dungskraft ist; wie macht er uns mit dem Hause, den Besitzungen, demWohnorte, den Schicksalen der Familie Hermanns bekannt! Wie leben-dig wird nun alles um uns her, da wir mit der Mutter den weiten Hof,den wohlbcpflanztcn Garten und Weinberg, das fruchtbare Feld dnrch-strichen haben, aus ihrem Munde den fürchterlichen Brand des Städtchens,aus den Gesprächen des Vaters die allmäligc Aufnahme desselben erfah-ren, da wir die Familie bis ans den Ahnherrn hin nennen!
In der That werden nur wenige auch unter den größeren Gedichtenso viele und so große sinnliche Gegenstände anfstellen; das Einzige, wasman vermissen kann, ist bloß, daß cs nicht möglich war, auch nur allebedeutenden unter denselben zugleich in Handlung zu setzen. Aber diesändert nicht sowohl die Stärke, als nur die Art der Wirkung; cs macht