keit, welcher alle Dinge mir von der Seite aufnimmt, von der sie gutnnd erhebend scheinen; so werden wir, ans eine wahrhaft epische Weise,ans den allgemeinen Standpunkt geführt, von dem wir alles, nnd allesmit gleich großem, parteilosem Interesse anschcn, nnd so schiebt sich, ohnedaß wir es selbst bemerken, das ungeheure Bild der ganzen Menschheitden wenigen Personen unter, die wir vor uns handelnd erblicken.
Weniger ruhig und befriedigend, aber gleich groß und kräftig, istdas Bild der Begebenheiten. Die merkwürdigste, die vielleicht die ganzeGeschichte anfwcist, die französische Revolution, ist von ihren drei größestenSeiten, von den: cdcln FreiheitSenthnsiasmus, der ihren Anfang bezeich-net«!, von dem Kriege mit dem Auslände, und von der Auswanderungeiner so zahlreichen Beenge von Familien gezeigt. Gerade diese drei sindes auch, welche sich dein Interesse der Leser am meisten empfehlen müssen«die erste durch den Antheil, den nothwcndig ihre Ideen und Empfindungendaran nehmen; die zweite durch die Wichtigkeit, die sic für ihr Vaterlandnnd ihre eigene Existenz hat; die letzte endlich durch das rührende Bild,durch welches der Dichter so viele von ihnen an dasjenige erinnert, wassie selbst theils gesehen, theils erfahren haben.
Allein das, was diese Begebenheiten allein nnd unmittelbar für sichenthalten, ist noch bei weitem nicht alles; es ist vielmehr noch wenig,bloß das verwirrte Gedränge des Zuges, bloß das mannichfaltigc Elendder Flüchtlinge, die Gräuel nnd das Verderben des Krieges vor sich zuerblicken; die Hauptwirknng entsteht erst durch die Vergleichung dieser Zeitmit der Vergangenheit aller Jahrhunderte, durch den unsicheren nndahnungsvollen Blick in die Zukunft. „Unsere Zeit, heißt eS, vergleichtsich den seltensten Zeiten; in der heiligen nnd in der gemeinen Geschichtefindet sich nichts, was ihr ähnlich wäre; wer in diesen Tagen gelebt hat,hat schon Jahre gelebt; so drängen sich alle Geschichten. Die Verhält-nisse der Gesellschaft sind so umgekehrt, die Stützen, ans denen eines jedensicheres Dasein ruhte, so nmgcstürzt worden, daß einzelne Menschen, mit-ten in unseren gebildeten nnd enltivirtcn Staaten, ganze Schaarcn ohneHeimath nnd Wohnort hernmführcn, nnd dadurch an jene frühesten Zeitenerinnern, wo ganze Nationen durch Wüsten nnd Irren hernmwandcrtcn.Und wo ist daS Ende dieses Unheils zu sehen? Man täusche sich nicht mitbetrüglicher Hoffnung!