14V
Unrecht, den Begriff des Großen, des Glänzenden, des Feierlichen ver-binden.
Jene erstere Gattung ist immer nothwendig in der Tragödie inHandlung gesetzt, in der bürgerlichen sowohl, als in der eigentlich heroischgenannten; in dieser kommt mir auch die zweite zugleich hinzu. Dieseletztere aber ist es, die wir, allein oder zugleich mit der ersteren, in allenbekannten Epopöen antreffen, und in unserem Dichter gerade vermissen.
I.XXIII.
GcwöhMichkr Bc>nü'f dir Epepöc. — Seiner Uabcstümnthtü umnmänii
lagt i tm Wahl heit zum Gnmtc.
Bei Dingen, die mehr durch Zufall als nach Grundsätzen entstandensind, entfernt man sich immer von dem Gegenstände, wenn man genauin den Begriff cingcht; und so sind auch wir hier, gerade da wir den,Wesen der Epopöe, so wie cs uns die Erfahrung giebt, nahe bleibenwollten, wieder davon abgekommcn. Denn die Anhänger des gewöhnlichenästhetischen Systemes wurden mit dem eben ausgestellten Begriffe dessinnlichen Heroismus, als eines Merkmales der Epopöe, noch eben so sehrals vielleicht mit unserer ganzen bisherigen Entwickelung unzufrieden sein.Die Kennzeichen, an welchen sie das epische Gedicht wiedcrerkennen, haben,wenn sic auch weniger bestimmt sein sollten, in der That das Berdienst,klarer und handgreiflicher zu sein.
Sie verlangen eine Handlung, die aus der Geschichte entlehnt sei,eine große innere Wichtigkeit und einen beträchtlichen äußeren Umfanghabe; ferner Vorfälle, welche viel sinnliche Bewegung mit sich führen,starke und mannichfaltige Leidenschaften in Thätigkcit setzen, mithin über-haupt einen Stoff, bei dem weniger Individuen als Nationen und dieMenschheit überhaupt intercssirt sind, wodurch die handelnden Haupt-personen natürlich zu Königen und Fürsten, überhaupt zu solchen werdenmüssen, die ans das Schicksal anderer einen mächtigen Einfluß ausüben;sie verlangen außerdem (wenn auch weniger einstimmig) die Mitwirkunghöherer Wese», die Einmischung der Fabel und des Wunderbaren, undendlich — was, wie wir gleich näher zeigen werden, nicht weniger hierher