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l.XIX.
Unterschied zwischen der Gpvpöc und andere» erzählende», aber nicht epischen
Gedichten.
Je mehr wir die Epopöe von denjenigen Dichtnngsarten absondern,welche mit ihr in gewissen Punkten Übereinkommen, desto reiner erhaltenwir ihren eigenen Begriff, desto klarer springt ihre Bestimmung ins Auge,das Gcmüth in dem Zustande sinnlicher Betrachtung, und zwar in einemsolchen zu befriedigen, in welchem diese Betrachtung sich das weiteste Feldgewählt hat, und die dichterische Einbildungskraft ihren Gegenstand ansdas sinnlichste darstellt.
Die Tragödie und Idylle unterscheiden sich von ihr der Gattungnach, indem sic auf eine bestimmte Empfindung hinarbciten; andere gleich-falls erzählende Dichtungsarten theils eben dadurch, theils nur gleichsamdem Grade nach durch ihren geringeren Umfang und ihre geringere dichte-rische Individualität. Bei diesen letzteren müssen wir um so mehr nocheinen Augenblick stehen bleiben, als wir selbst von einem Gedichte zu redenhaben, das sich von der großen und heroischen Epopöe zu sichtbar entfernt,lim nicht von Vielen dieser eben genannten Gattung bloßer Erzählungenbeigeschrieben zu werden.
Diese Gattung nun ist ihrer Natur nach so groß und umfaßt soverschiedene Arten von Gedichten, daß es schwer ist, dieselben unter Einenallgemeinen Begriff zu bringen. Allein da die meisten derselben, wie z. B.die Ballade, Romanze, Legende, die bloße Erzählung u. s. f. so himmel-weit von der Epopöe verschieden sind, daß sie auf keine Weise damit ver-wechselt werden können; so brauchen wir hier nur bei Einer Art derselbenstehen zu bleiben, von der uns die Alten vorzüglich einige Muster hinter-lasscn haben, und die man bald Fragmente ans größeren epischen Gedich-ten, bald kleine Epopöen selbst nennt, wie z. B. einige Theokritische Stücke,Hcro und Leander, und andere mehr. Diese kommen in der Versart, indem Ton der Erzählung, in der Behandlung überhaupt so sehr mit einzel-nen Stellen der eigentlich epischen Gedichte überein, daß sie sich, wenn nichteinige unter ihnen wirkliche Bruchstücke verloren gegangener Epopöen sind,nur, wie wir eben sagten, durch ihren geringeren Umfang davon zu unter-