1. daß, wenn die Stimmung, and der sie hervorgehen, vollkommensein soll, in derselben der ganze Mensch, sein empfindendes Wesen eben sowohl als sein betrachtendes, thätig sein muß;
2. daß cs dieselbe Einbildungskraft, dieselbe Kunst ist, welche beidebildet, und deren Gepräge sie gleich stark an sich tragen sollen.
Perschieden aber sind sie hingegen dadurch:
1. daß, obgleich beide alle unsere Kräfte in Bewegung setzen, diesedoch bei jeder in anderem Verhältnis; und auf andere Weise gemischt sind,jeder also ein verschiedener Gcmüthsznstand, der Epopöe der der Be-schauung, in dem das Object, der Tragödie ein zu einer bestimmten Em-pfindung detcrininirtcr, in dem das Subject herrscht, zum Grunde liegt;
2. daß diese beiden, so wie sie an sich verschieden sind, eben so sichauch verschieden zu der Natur der Kunst verhalten, und daher, von ihrbearbeitet, wieder verschiedene Resultate geben.
Der Zustand der bloßen Betrachtung führt nothwendig Ruhe, undsin sofern als unser Verstand darin eine bedeutende Rolle spielt) ein Stre-ben nach Totalität mit sich; aber er läßt unser Gefühl sehr unbeschäftigt;unsere Sinne selbst wirken nicht lebendig, unter ihnen vorzüglich nur derkälteste, das Auge, mit.
In dem Zustande der Empfindung haben wir unmittelbar EinenGegenstand im Auge, und befinden uns nothwendig in einer gewissenSpannung und Unruhe; aber der ganze sinnliche Theil unseres Wesensist in starker und lebendiger Mitwirkung.
Wenn nun die Einbildungskraft diese beiden Zustände in dichteri-sche Stimmungen nmwandeln will, so hat sie dem crsteren ihre Sinnlich-keit, dem letzteren ihre Idealität zu leihen.
Denn der erstere ist ihr der Form nach ähnlich, der Materie nachaber unähnlich; sie muß ihn daher mit neuer Kraft ansrüsten; aber dieRuhe und Totalität, die sie immer mit sich führt, gehen doppelt stark undfühlbar daraus hervor.
Beide aber soll sic auch in dem anderen, der, gerade umgekehrt, inder Materie ihr ähnlich, aber in der Form ihr entgegengesetzt ist, geltendmachen. Hier braucht sie also eine andere Art der Kraft, eine solche,welche ans widersprechenden Elementen selbst etwas Neues zu schaffenvermag.
Hierbei müssen also auch durchaus andere Resultate entstehen.
Um neben der unabänderlichen Einseitigkeit der Empfindung nicht