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eine besondere, weil sie eine gewisse einzelne Empfindung zn erregen strebt;die höchste, weil sie diese Wirkung durch einen äußeren Gegenstand, durchdie Darstellung einer Handlung, erreicht.
Da die Empfindung überhaupt in jeder dichterischen Stimmung sostark und so allgemein als möglich wirksam sein muß; so hält man denUnterschied der beiden GemüthSznstünde, welche den epischen und tragischenDichter bilden, am besten daran fest, daß in jenem mehr das Object, indiesen: zugleich stärker das Snbjcct herrscht. In jenen: suchen wir Gegen-stände, und verknüpfen sie zn einen: Ganze::; obgleich dies Ganze noth-wcndig Eindrücke in uns znrückläßt, so heften wir uns -weniger an ihnen,als an ihrer Ursache fest. In diesen: beziehen wir, was wir sehen, un-mittelbar ans unsere Empfindung, eine Neigung, eine Leidenschaft wirdrege, und sic bestimmt nun allein den Antheil, den wir an der Begeben-heit nehmen, die sich vor unseren Angen abrollt. Daher geht in der Tra-gödie alles ans einen einzigen entscheidenden Punkt, gleichsam ans eineSpitze, hin: der Gang ist nicht bloß ununterbrochen, sondern rasch, dieEntscheidung ist plötzlich und abgebrochen, da hingegen in der Epopöe al-les gleichsam in sich zurnckkehrt, immer einen geschlossenen Kreis durch-läuft.
In der Tragödie herrscht immer Eine Art des Charakters, der Ge-sinnung, der Handlungsweise; wenn mehrere anftreten, so erscheinen stein:Kampfe, jede will ihr Recht in dem Gemnthc des Zuschauers allein be-haupten, und alle lassen es am Ende auf Sieg oder Niederlage ankom-men. In der Epopöe erhebt ihr mannichfaltiges Entgegenwirken den Zu-hörer Uber sie alle, statt ihn zun: Teilnehmer an einer einzelnen Parteizu machen, und ihn selbst in den Kamps mit herabzuziehen. In derEpopöe werden ferner nach einander alle Arten der Empfindung erregt; dasLächerliche und das Tragische, das Sanfte und das Erhabene, das Furchtbareund das Liebliche, alles steht harmonisch neben einander, und wir umfassenund bewahren alles zugleich, d. h. unser Gemüth befindet sich in einer Lage,in welcher cs keinen: dieser Eindrücke ganz augehört, sondern eigentlich nurfür alle Sinn hat, allen offen steht. Die Tragödie hat, wenn sie voll-kommen ist, denselben Umfang der Töne, aber jeder füllt unsere Seele in
Alsdann würden alle Gesetze der plastischen Dichtung zwar zugleich für die Tra-gödie gelten; aber mau würde bestimmt fühleu, wie mit dem Begriff der gegen-wärtigen Handlung unmittelbar auch der Begriff der Empfindung und nothweu-dige Rücksicht auf die allgemein lyrischen Gesetze gegeben ist.
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