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immer nur auf einem Zusammenhang mich Begriffen, nicht ans sinnlicherEinheit beruht.
Diesen beiden Mängeln hilft die dichterische Einbildungskraft unscinmnl ab, indem sic den Gegenstand, ihn zugleich der Wirklichkeit unddem Begriff entziehend, zu einem identischen Ganzen macht. Da nunnichts mehr übrig bleiben kann, was nicht durchaus sinnlich wäre, undnichts mehr, was nicht als Theil des Ganzen mit allem klebrigen inVerbindung stände: so findet jene beschauende Gcmüthsstimmung nirgendsso sehr, als in ihr, ihre vollkommene und genügende Befriedigung.
Die höchste Objectivität fordert die lebendigste Sinnlichkeit, und jeneAllgemeinheit der Ucbcrsicht ist unmöglich, wenn man sich nicht zu einer-gewissen Höhe über seinen Gegenstand erhebt, und ihn von da ans gleich-sam beherrscht. Daher sind die beiden Hanptbcstandthcile in dem Begriffeder Epopöe: Handlung und Erzählung. Nur wo Handlung ist, ist auchLeben und Bewegung, und durch Erzählung, dadurch daß der, ans wel-chen eingewirkt werden soll, nur Zuhörer, nicht Zuschauer ist, wird derGegcnstand unmittelbar vor den Sinn und den Verstand gebracht, undkann die Empsiudnng nur erst, wenn er durch dies Gebiet hindurchgcgan-gcn ist, berühren.
Der Begriff der Handlung ist dem epischen Gedicht so wesentlich,daß wir noch einen Augenblick bei demselben verweilen müssen. Er istans der einen Seite dein eines bloßen Zustandes, auf der anderen demeiner Begebenheit entgegengesetzt. Die bloße Beschreibung eines Gegen-standes hat immer etwas Kaltes und Einförmiges; da bei ihr der Stoffohne alle Bewegung ist, so kann sic diese nur durch die Behandlung er-halten. Aber die bloße Bewegung allein ist noch bei weitem nicht hin-reichend. Wo das höchste Leben und die höchste Sinnlichkeit gefordertwird, da muß man eine bestimmte Kraft in Dichtigkeit erblicken; da mußein Streben nach einem bestimmten Ziele vorhanden sein, das uns fürden gelingenden oder fehlschlagenden Erfolg im BorauS besorgt macht.Dies ist eS, was dem Begriff der Begebenheit mangelt. Schon der un-persönliche Ausdruck des Begcbcns kündigt unmittelbar einen Vorfall an,der nicht durch Eine, wenigstens nicht durch eine bekannte Ursache, son-dern mehr durch Zufall, durch das Zusammenkommen vieler, einzelnnicht bemerkbarer Umstände bewirkt worden ist. Nicht allein nun daßdie Erzählung eines solchen Ereignisses nicht das Leben, die sinnliche Be-wegung der Erzählung einer wirklichen Handlung besitzen kann; so ist sic