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Auf diese Weise bestimmt, kann dieselbe eigentlich nicht mehr, alszwei verschiedene Gegenstände haben, die physische und die moralischeWelt, die Natur und die Menschheit; und ans beide angewandt, bringtsic zwei Wissenschaften, die Naturbeschreibung und die Geschichte zuStande. Denn der Geschichtschreiber, der sehr wohl von dem Geschichts-forscher und dem bloßen Erzähler geschehener Begebenheiten zu unterschei-den ist, muß, gerade wie wir cS in jenem Zustande schilderten, das Ganzeseines Stoffes übersehen, alle Verbindungen desselben aufsnchcn, immer-fort unparteiisch vor ihm dastchcn, und für alle mannichfaltigcn mensch-lichen Empfindungen und Lagen Sinn haben, um jede, die er vor sicherblickt, in ihrer Eigenthümlichkcit zu verstehen.
I.VII.
Verbindung des Zustandes allgemeiner Beschauung mit der Tliätigkeit derdichterischen Einbildungskraft. — Entstehung des epischen Gedichtes.
Wenn nun die dichterisch gestimmte Einbildungskraft einen solchen,so wesentlich von allen anderen unterschiedenen, so bestimmt charaktcrisir-tcn Zustand in der Seele vorfindct, so kann sie nicht anders, als ver-suchen, diesem in ihrem Gebiete eine entsprechende Form zu schaffen; unddieser Versuch ist es, durch welchen das epische Gedicht entsteht. Dennwir dürfen uns nur vorstellcn, was die Kunst aus diesem Zustande, wennsie sich desselben ganz und einzig bcmcistcrt, machen kann, um sogleichauf alle wesentlichen Bcstandthcilc der Epopöe zu kommen.
Objcctivität, Parteilosigkeit und Umfang der Ansicht waren dieHauptmerkmale jener beschauenden Stimmung unseres Gemüthcs. Solange dasselbe cs aber bloß mit wirklichen Gegenständen zu thnn hat, fühlteS immer einen zwiefachen Mangel, den einen in Rücksicht ans seineJntcllcetnalität — daß er nie alle Seiten seines Objectes übersehen, niealle Verbindungen daran auffindcn, cs nie als ein nur durch sich selbstbestehendes, von allem anderen unabhängiges Ganzes betrachten kann —den anderen in Rücksicht ans die Sinnlichkeit — daß nicht allein dieBeobachtung immerfort Lücken läßt, welche nur der Verstand durchSchlüsse ausfüllcn kann, sondern daß auch die Verbindung des Ganzen