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Aesthetische Versuche über Goethes Hermann und Dorothea
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sinnlichste darstellt, daß sic durch denselben Miseren: Blicke große und weiteAnssichten eröffnet, und uns in einer solchen Höhe über denselben erhält,in der wir nur teilnehmende Beobachter sind, ihn selbst aber immer alsetwas Fremdes außer unS anschcn.

Alles dies nun trifft in derjenigen Stimmung zusammen, in welchersich unser Gemüth in dein Zustande ruhiger aber lebendiger Beschauungbefindet; dieser Zustand ist cs daher, der in dein epischen Gedichte seineBefriedigung sucht, und wir dürfen folglich mit Recht hoffen, durch diegenauere Untersuchung desselben unserem Ziele naher zu kommen.

I.v.

Zustand allgemeiner Beschauung entgegengesetzt dem Znstande einer bestimmten

Empfindung.

ES giebt offenbar in dem menschlichen Gcmnthc zwei Zustände, welchesowohl in Rücksicht auf ihren Gegenstand, als in Rücksicht ans die Ver-änderungen, die sic in uns hervorbringcn, unter allen an: weitesten voneinander verschieden sind, und alle übrigen, deren dasselbe fähig ist, wieunter zwei große Elassen znsammenordnen: den Zustand allgemeiner Be-schauung und den einer bestimmten Empfindung.

In dem einen herrscht das Object, in dem anderen das Subjcct.Jener, in seiner größestcn Vollkommenheit genommen, entsteht durch dieVerbindung der äußeren Sinne mit unseren: intcllectncllcn Vermögen,das mit ihnen darin übcreinkommt, daß es sich von dein Gegenstände voll-kommen scharf und deutlich absondcrt, und diesen letzteren bloß in Bezie-hung ans ihn selbst, und ohne alle eigennützige Absicht ans eigenen Ge-brauch oder Genuß betrachtet. Dieser entspringt aus der verbundenenThätigkcit des Gefühls und des BegchrnngSvermögcnS, und alle Objectewerden in demselben auf das eigene Bedürfniß oder die eigene Neigungbezogen. Jener zeichnet sich in Rücksicht auf den Gegenstand durch Um-fang und Totalität, in Rücksicht ans die innere Stimmung durch RuheanS; wer sich in demselben befindet, sucht in der Menge der Objecte durchBeschränkung der einen durch die anderen die individuelle Form eines jeden,in ihrer Verbindung Zusammenhang, in ihren Beziehungen Wechsclwir-

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