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oder jene Weise zu bewegen; er Hut ein wahres und eigentliches, eingroßes nnd unermeßliches Geschäft, dnü alle seine Kräfte, seine ganzeEnergie an sich reißt — die Menschheit nnd die Natur, die seinem künst-lerischen Blick einmal nicht anders als durchaus dichterisch geformt er-scheint, auch uns wieder in derselben Gestalt zu zeigen.
Dadurch weckt er zuerst nnd hauptsächlich unseren bildenden Sinn;wir suchen und finden überall Festigkeit, Ordnung, Zusammenhang; wirschassen nnö eine durchaus übereinstimmende, durchaus organisirte Natur;die äußeren Formen, die wir vor uns erblicken, haben vollkommene An-schaulichkeit, die inneren durchgängige Wahrheit; überall erhebt sich dieBegeisterung unserer Einbildungskraft und unseres Gefühles von einemfest zubcrciteten Grunde. Nirgends ist etwas Verwirrtes oder Ueberspanu-tes; alles ist vollkommen klar und natürlich.
Aber cs ist auch noch mehr. Die Hauptwirkung jedes Kunstwerkesberuht ans der Verbindung seiner Gestalt mit seinem Charakter. Geradedarin liegt am meisten dasjenige, was sich niemals auSsprcchcu oder er-klären läßt, weil es allein von dem einfachen Gedanken abhängt, den derKünstler auf eine unbegreifliche Weise seinem Werke einprägt, und dadurchzugleich auf uns hinüberträgt. Daß nun in unserem Gedichte die äuße-ren nnd inneren Formen so eng auf einander passen, daß sie sich geradegegenseitig nur bekleiden nnd erfüllen, dadurch wird der Charakter dessel-ben in dem reinsten und vollsten Sinne, reiner als bei anderen modernen,nnd voller als bei den alten Dichtern: Einfachheit, Wahrheit und Natur.DaS menschliche Gcmüth ist darin in einer gewissen Nacktheit dargclegt,wodurch es auf eine innigere nnd rührendere Weise auf uns eiuwirkt, alswir cs bei irgend einem anderen Dichter erfahren.
XI.VIII.
Ncsuttstc. — Atlgrmcuicr kharaktcr unscrcS Dichters.
Wir sind jetzt bei dem Ziele angelangt, das wir durch die bisherigenBetrachtungen zu erreichen strebten; wir haben den Charakter desGoethc'-schen Gedichtes vollständig geschildert, nnd die Stelle angegeben, die esin Rücksicht auf die Kunst überhaupt, nnd in Vergleichung mit anderen