thcs di» Masse unserer Gedanken und Empfindungen. Auch hier stehtcs in unserer Willkür, die Mannichfattigkeit der Verhältnisse bis insUnendliche hin zu nermehren; wir dürfen nur auch hier immer das Zn-sammcngcsetzte in seine Bestandthcite anflösen, nur auch hier das Einzelneimmer in andere und andere Verbindungen bringen. Was in der Naturund Nor unseren Sinnen einfach erscheint, können wir durch den Gedan-ken zerlegen und für das Resultat, das wir ans diesem bloß intcllcc-tncllcn Wege erhalten, dennoch wieder unsere Empfindung erwärmen,da diese sich eben so leicht auf nnsinnlichc, als ans sinnliche Gegenständebezieht. Mit der Empfindung kann sich die Einbildungskraft ocrbindcn,und so können wir uns durch die Hülfe Non beiden eine eigene Welt schaf-fen, die, durchaus unabhängig Non der Wirklichkeit und den Sinnen,doch eben so als jene auf uns cinwirkt, durchaus nur unsere eigeneSchöpfung ist, aber dennoch für uns die vollkommene Realität der Naturbesitzt.
Wir geben diesen: ganzen Verfahren unseres Verstandes den Namender Verfeinerung, und dies ist in der That auch der Passendste, den wirdemselben beilegen könnten. Denn cs besteht wirklich darin, daß dasEinfache gespalten, das Grobe verfeinert wird; cs ist ferner, da wiralle unsere natürlichen Bedürfnisse auch ohne dasselbe befriedigen könnten,gleichsam ein Luxus unserer Natur, aber ein solcher, zu dem wir nichtallein nothwcndig durch die Organisation unseres Geistes gezwungen sind,sondern ohne den wir auch nie die höchsten Endzwecke der Menschheit zuerfüllen in: Stande wären.
Diese Verfeinerung hat mit den frühesten Zeiten der Menschheitangcfangen, sie ist immer nothwcndig zugleich mit dem Begriffe derselbengegeben; aber es ist Ein Punkt in derselben, der sich so merklich darinunterscheidet, daß er allein vorzugsweise diesen Namcn an sich trägt.
Der Mensch kann nämlich entweder in harmonischem Bunde mitder Natur sortgchen, seinen Geist mit ihrer Beobachtung, seine Einbil-dungskraft mit ihren Formen beschäftigen, seine Empfindung auf Ge-genstände richten, die sic ihm darbietet, die Befriedigung seiner Ncignngen ganz und allein in ihr finden; oder er kann sich einsamer in sein'Geinüth verschließen, seine Vernunft abgesonderter beschäftigen, seineEinbildungskraft mehr mit einen: Stoffe nähren, den er allein ans sichselbst nimmt, seiner Empfindung eigen geschaffene Gegenstände geben.Natürlich werden alsdann seine Neigungen auch nicht selten auf etwas