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dieser dieselben Eigenschaften in dem Inneren des Gcmüthcs und demCharakter der Menschheit anfsnchen. Er kann daher nur bei ihren größe-stcn, einfachsten und wesentlichsten Formen verweilen.
Wer sich in dieser Stimmung befindet, wird überall nur die Naturmalen, nur sic in ihrem inneren Charakter und ihrer äußeren Gestalt.Cr wird daher auch den Menschen am liebsten von den Seiten betrachten,von welchen er geradezu mit ihr übereinstimmt, lieber da, wo er als Gat-tung erscheint, als da, wo er in einer entschiedenen Eigcnthümlichkeit auf-tritt. Die Einfachheit des Stoffes, den er schildert, wird ans seine Schildcrnng selbst übergehen. Er wird immer innerhalb des Tones ruhigerDarstellung bleiben; immer nur, indem er einen Thcil an den anderenanfügt, das Ganze hinznstellcn bemüht sein; nie mit seinem Ausdruck hin-ter der Sache Zurückbleiben, aber auch nie mit demselben darüber hinans-gehen. Er wird immer den treffendsten und kräftigsten in seiner Machthaben; nie aber einen bloß kühnen oder glänzenden suchen.
Das Gepräge einer solchen Einfachheit und Wahrheit nun trägt dasgegenwärtige Gedicht in einem auffallenden Grade an sich. Es ist überallnur die Sache, die wir vor uns erblicken, und sic immer in ihrer wahrenund nackten Gestalt. Aber noch mehr, als im Tone und der Sprache, fälltdiese Einfachheit in den Gesinnungen und Charakteren ans.
Es ist kaum möglich, ein einzelnes Beispiel für eine Behauptunghcransznhcbcn, für die eigentlich alles zugleich spricht. Allein wenn csdennoch eines Beispieles bedarf, so erinnere man sich an die Schilderungder Mutter Hermanns. Unter allein, was in der Natur einfach genanntwerden kann, ist kann: etwas anderes, was diesen Namen in höheremGrade verdiente als die Liebe einer Mutter zu ihrem Kinde. AnS dernatürlichsten Verbindung entsprungen, durch die natürlichsten Verhältnissefortgepflanzt, auf die natürlichste Sorgfalt für unmittelbares Glück undunmittelbare Zufriedenheit beschränkt, bietet sie, — so ehrwürdig undschön sic auch in der Wirklichkeit erscheint — der dichterischen Einbildungs-kraft kaum eine einzige Seite dar, von welcher sie dieselbe durch eine her-vorstechende Eigcnthümlichkeit anszcichncn könnte. Nur der Dichter, derseiner Stärke gewiß ist, die Natur bloß als Natur geltend zu machen,darf sich an die Schilderung eines Gefühles wagen, das er nur, indem eres in seiner ganzen Größe, in seiner durchgängigen Wahrheit anffaßt,anö dem Gewöhnlichen heraus zu heben und dichterisch zu halten imStande ist. Denn unter allen anderen ist keines, was so sehr, als dies,