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jener letzten Situation nicht zu druckend werde, daß er nicht uns demGebiete der Kunst und der Einbildungskraft hcrausgche, ruft er die Mu-sen, diese Wesen der Phantasie, an; und der Starke gewiß, mit der ersich des Zuhörers bemächtigt hat, scheut er sich nicht, ihn selbst daranzu erinnern, daß es nicht Wahrheit, sondern nur ein Spielwerk der Kunstist, was er ihm zeigt. Hierauf läßt er ein Gespräch im Hause der Elternfolgen, und setzt au das Ende desselben eine herrliche Stelle über denWerth und die Fülle deS Lebens in der Natur — den Ausdruck der schö-nen und menschlichen Gesinnung, die in allen Perioden des Alters nurdas aufsucht, was sic zu höherem und vollerem Wirken vereinigen, wo-durch sich Leben im Leben vollenden kann.
Bei diesen Worten betritt das Paar die Schwelle. Nun drängtsich in der Einbildungskraft des Lesers auf einmal alles zusammen, siein lichtvoller Größe hinznstcllcn; nun scheint die Thürc zu klein, die hohenGestalten cinznlasscn. Zugleich aber sieht man sie so sehr für einanderbestimmt und geschaffen, daß das Höchste, was der Dichter über die Bil-dung der Braut zu sagen weiß, nur das ist, daß sie des Bräutigams Bil-dung vergleichbar sei.
In dieser Einfachheit liegt in der That etwas erstaunlich Erhabe-nes. Statt uns durch eine andere Vergleichung von den beiden Figuren,die uns allein beschäftigen sollen, zu entfernen, drängt er uns mit Gewaltzu ihnen zurück; und indem er, wie die Natur selbst, den Mann zumMaßstabc anuimmt, führt er uns gleich zu der wahrsten und einfachstenAnsicht der Menschheit, und entfernt jede kleinliche Vorstellung, welcheeine verzärtelte Cultnr uns so oft über das Verhältnis; beider Geschlechterzu einander cinflößt.
Aber weniger groß und erhaben durfte er uns auch Dorotheen nichtdarstellen, wenn der letzte Theil der Begebenheit, welcher das ganze Ge-dicht beschließt, seine volle Wirkung ansübcn, wenn neben dem Adel undder Größe der Gesinnungen, welche Dorothea ausspricht, und bei der er-schütternden Natnrsecnc, die uns der Dichter zugleich schildert, dem rollen-den Donner, den hcrabschlagcnden Regengüssen, dem sausenden Sturmnicht das Mädchen selbst und seine Gestalt vor unserer Einbildungskraftverschwinden sollte.