zu der cs die Phantasie, die energische Ruhe, zu der es das Gemüth er-hebt, auch nur im Ganzen und der Gattung nach zu erklären.
Die Objectivität der bildenden Künste überhaupt ist noch selbst vonzu verschiedener Natur; es herrscht z. B. offenbar eine so ganz andere inden einfachen Werken der Bildhauerkunst und vorzüglich in einigen derMalerei, daß die allgemeine Verwandtschaft des Stils eines Gedichtesmit dem Stil der bildenden Kunst diese feinen Unterschiede noch bei wei-tem nicht bestimmt genug angiebt.
Wo der höchste Grad der Objcctivität erreicht ist, da steht schlechter-dings nur Ein Gegenstand vor der Einbildungskraft da; wie viele sieauch derselben unterscheiden möchte, so vereinigt sic sic doch immer nur inEin Bild; da ist der Stoff bis ans seine kleinsten Thcile besiegt; da istalles Form, und durch das Ganze hin nur Eine und eben dieselbe. Gleichdeutlich kündigt sich diese hohe Trefflichkeit durch den Eindruck an, densic zurückläßt. Wir fühlen uns von einer Klarheit umgeben, von derwir sonst keinen Begriff haben; wir empfinden eine Ruhe, die nichts zustören vermag, weil wir alles, wofür wir nur irgend Sinn haben, indiesem Einen Gegenstände und dort in vollkommener Harmonie antrcffen;alle Kräfte unseres Gcmüthcs gehören der Phantasie, und diese ansschlic-ßcnd der Einen reinen, hohen und identischen Form an, die aus einemsolchen Kunstwerke uns cntgegenstrahlt.
Am deutlichsten sehen wir dies bei den Werken dcrSculptur. Wenndie Hand des Bildners den Marmor bearbeitet, so verschlingt der kleineFleck, auf welchem sein Meißel geschäftig ist, zugleich seine ganze Auf-merksamkeit. Wochen, Monate und Jahre halten ihn diese engen Grenzengefangen; immer das Bild, daS er darstelten will, vor Angen, findet erin ihnen eine Welt, welcher seine Kräfte nur mit Mühe Genüge leisten,und ruhet nicht eher, als bis er ganz und vollkommen den Gedanken seinerEinbildungskraft dem rohen Steine abgewonnen hat.
Der reicheren Mannichfaltigkcit, des weiteren Umfanges der lebendi-gen Bewegung endlich, die seine Kunst ihm darbietct, ungeachtet, ist derDichter eines gleich bildenden Sinnes, sein Werk einer gleich hohen Ob-jcctivität fähig. Wo er nun einen solchen Sinn besitzt, da ist cS ihmnicht genug, bloß sinnliche Gegenstände, bloß reine Formen überhauptaufznstcllen, da strebt er immer, die Einbildungskraft auf ein einzigesObject zu heften, nur für dieses zu intcrcssiren, ans dies allein alles andereznrückznführcn. Sein Charakter besteht dann ganz eigentlich darin, mir