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VI.
Nvthwendigkcit, in der sich jcdcr echte Künstler bcsindct, immerdas Jdcalischc zu erreichen.
Sobald man das Wesen der Knnst in den Gesetzen der Phantasie,durch die sic allein wirksam ist, anfsucht, gelangt man nothwendig aufden Begriff des Identischen.
Tenn so unbegreiflich auch das Verfahren des Künstlers ist, sogewiß darin immer Etwas — und gerade das Wesentliche — übrigbleibt,das der Dichter selbst nicht zu verstehen, und der Kritiker nie auszusprcchenvermag; so ist indeß doch immer so viel gewiß, daß der Künstler zuerstvon nichts anderem ansgcht, als nur etwas Wirkliches in ein Bild zu ver-wandeln; daß er aber bald erfahrt, daß dies nicht anders, als durch eineArt lebendiger Mittheilnng, nur dadurch möglich ist, daß er gleichsameinen elektrischen Funken ans seiner Phantasie in die Phantasie Andererüberströmen läßt, und dies zwar nicht unmittelbar, sondern so, daß er ihneinem Objcet außer sich cinhancht.
Dies ist der einzige Weg, der ihm offen liegt, und ohne es irgendzu wollen, bloß indem er seinen Dichterbernf erfüllt, und die Ausführungseines Geschäftes der Phantasie überläßt, hebt er die Natur ans denSchranken der Wirklichkeit empor, und führt sie in das k'and der Ideenhinüber, schafft er seine Individuen in Ideale um.
VII.
Nachahmung der Natur.
Der Begriff des Identischen, als etwas über die WirklichkeitErhabenen, erinnert an das Gesetz der Nachahmung der Natur, dasman bisher gewöhnlich dein Künstler zu befolgen geboten, ja sogar alseine Definition der Knnst selbst angesehen hat. In der That faßt esauch die beiden Hauptbegriffc derselben in sich: den der Realität in demAusdruck der Natur, und den, daß dieselbe doch anders, als sie wirklichist, dargesteNt werden soll, in dem der 'Nachahmung, die nie eine völ-