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bilden. Gelingt ihm diese Arbeit, so stellt er zuletzt lnntcr reine Charakter-formen ans, bloße Gestalten, welche die lautere, nicht durch einzelne wech-selnde Umstände entstellte Natur an sich tragen; so ist jede mit dem Ge-präge ihrer Eigenthümlichkcit gestempelt, und diese Eigcnthümlichkeit liegtbloß in der Form, kann nie anders, als durch Anschancn gefaßt, nie aberin einem Begriffe ansgedrückt werden.
Nun erst wird die Natur durch die Kunst verschönt und veredelt, nunerst erhält der Begriff des Identischen seine höhere Bedeutung dessen, waskeine Wirklichkeit erreichen und kein Ausdruck erschöpfen kann.
Auch hier muß man sich indes; sorgfältig in Acht nehmen, wederdie Art, wie der Künstler hierbei verfährt, zu verkennen, noch etwa garin den Zrrthmu zu verfallen, als dürfe er nur große, mir fehlerfreieEharakterc schildern. Welches auch die Eigcnthümlichkeit sei, die sie ansich tragen, wenn sic nur ganz und allein in ihnen erscheint, wenn sicnur als ein reines Object der Einbildungskraft behandelt ist — dies ist dieeinzige Forderung, der ihm Genüge zu leisten obliegt. Um aber diese zuerfüllen, hat er nicht eben Züge wegznlassen oder hinznzusügcn; wenigstenswird nur selten gerade darauf das Wesentliche seiner Wirkung beruhen.Selbst bei der sklavischsten Anhänglichkeit an die Natur kann er diese nochin ihrem ganzen Umfange erreichen. Denn sie hängt nicht von einzelnenZügen, einzelnen Umänderungen, nur von der Farbe, von dem Glanzeab, den er seinem Werke überhaupt leiht, nur davon, daß er ihm eineEinheit und eine Formalität giebt, die unmittelbar zu unserer Phantasiespricht, ihn uns unmittelbar als ein reines Werk der Einbildungskraft,und als vollkommen real, durchaus übereinstimmend mit den Gesetzen derNatur und unseres Gcmüthes, also idcalisch zeigt. Wodurch er indcßeigentlich diese Uebereinstimmung der Form unserer Einbildungskraft mitder Form der Natur bewirkt, vermöchte er selbst nicht zu sagen; und sowie man es zu beschreiben versucht, geräth man immer in die Gefahr, esin eine bloß mechanische Arbeit zu verwandeln.
Der Ausdruck, daß der Dichter die Natur erhöht, muß daher immermit Behutsamkeit gebraucht werden. Denn genau genommen ist erschlechterdings »»eigentlich. Das Werk des Künstlers und das Werk derNatur stehen nicht mehr in demselben Gebiete, und erlauben daher auchnicht mehr denselben Maßstab.
Der Gebrauch, den man vom Identischen im Jntellectuellen undMoralischen macht, verleitet sehr leicht, sich darunter immer etwas durch