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IV.
Höhe dcr Wirkung, zu dcr die Kunst sich erhebt. — Idealität. — ErsterBegriff des Jdcalischen, als des Nicht-Wirklichen.
Dic Einbildungskraft durch die Einbildungskraft zu entzünden, istdas Geheimniß des Künstlers. Denn um die unserige zn nöthigcn, denGegenstand, den er ihr schildert, rein aus sich selbst zn erzeugen, mußderselbe frei ans dcr scinigen hcrvorgehen. Dadurch aber, daß jedes Kunst-werk, wie treu es auch seinem Urbilde sei, doch als eine vollkommen neueSchöpfung dem Künstler eigen ist, erleidet auch der Gegenstand eine Um-änderung seines Wesens, und wird zn einer anderen Höhe erhoben.
Das Reich dcr Phantasie ist dem Reiche der Wirklichkeit durchausentgegengesetzt; und eben so entgegengesetzt ist daher auch dcr Charakterdessen, was dem einen oder dem anderen dieser beiden Gebiete angchört.Mit dem Begriffe des Wirklichen unzertrennbar verbunden ist cs, daß jedeErscheinung einzeln und für sich dasteht, daß keine als Grund oder Folgevon dcr andern abhängt. Denn nicht allein, daß eine solche Abhängig-keit niemals wirklich ungeschaut, immer nur durch Schlüsse cingeschcnwerden kann, macht auch der Begriff des Wirklichen selbst das Anfsuchcnderselben überflüssig. Die Erscheinung ist da, dies ist genug, jeden Zwei-fel zurückzuweisen; wozu braucht sie sich noch durch ihre Ursache, oder ihreWirkung zn rechtfertigen? Sobald man hingegen in das Gebiet desMöglichen übergeht, so besteht nichts mehr, als durch seine Abhängigkeitvon etwas anderem; und alles, was nicht anders, als unter der Bedin-gung eines durchgängigen inneren Zusammenhanges gedacht werden kann,ist daher im strengsten und einfachsten Sinne des Wortes idcalisch. Denncs ist in sofern der Wirklichkeit, der Realität, geradezu entgegengesetzt.
Auf diese Weise idcalisirt muß daher alles werden, was dic Handdcr Kunst in das reine Gebiet der Einbildungskraft hinüberführt.
Wohin der Mensch nur immer seine Blicke richten mag, da sucht erden Begriff eines gegenseitigen Zusammenhanges, einer inneren Organi-sation geltend zn machen. Ueberall den Zufall zn verbannen, zn ver-hindern , daß in dem Gebiete des Beobachtend und Denkens er nicht znherrschen scheine, im Gebiete des Handelns nicht herrsche, ist daS Streben