Beschaffenheit des Werkes, das sie zu würdigen versucht, oder mehr aufden Geist Rücksicht nehmen, der nothwcndig war, es hervorzudringcn.In dem crsteren Fall befördert sie die Gesetzmäßigkeit unserer Thätigkcit;in dem letzteren bildet sic die ihr günstige Stimmung unseres Gemüthes.In dem Gcmüthe des Menschen aber sind die Anlagen zu jeder Art derKraftäußerung mit einander verwandt, und jede einzelne entwickelt sichfreier und vollkommner, wenn sie durch die verhältnißmäßigc Ausbildungder übrigen unterstützt wird. Von welchen: Gegenstände man daher im-mer reden mag, so kann man ihn auf den Menschen, und zwar auf dasGanze seiner intellectncllcn und moralischen Organisation beziehen. Beijeder cigcnthümlichcn Philosophie, jedem weltumfassenden System derNaturforschung, jeder großen politischen Einrichtung kann man unter-suchen, was dadurch der philosophische, naturhistorischc, politische Geistallein und in ihrer Verbindung gewonnen haben. Man kann an dieseUntersuchung die noch allgemeinere anknüpfcn, um wie viel dadurch dermenschliche Geist überhaupt dem letzten Ziele seines Strcbens näher ge-rückt ist, dem Ziele nämlich: die ganze Masse des Stoffes, welchen ihmdie Welt um ihn her und sein inneres Selbst darbietet, mit allen Werk-zeugen seiner Empfänglichkeit in sich aufznnchmen, und mit allen Kräftenseiner Sclbstthätigkeit umzugestalten und sich anzneigncn, und dadurch seinIch mit der Natur in die allgemeinste, regste und übereinstimmendsteWechselwirkung zu bringen. Man muß sogar immer beides, sobald maneinen hohen Praktischen Endzweck verfolgt, und man darf es wenigstensnie ganz vernachlässigen, wenn man von der Kunst spricht, die ans demInnersten des menschlichen Gemüthes selbst entspringt, und von einemKunstwerke, das mit dem Gepräge einer großen Eigcnthümlichkeit ge-stempelt ist.
Erwählt inan nun diesen höheren Standpunkt, so bezieht manseinen einzelnen Gegenstand auf einen allgemeinen, außer demselbenliegenden Mittelpunkt, und arbeitet an einem mehr oder minder beträcht-lichen Thcil eines weiten und erhabenen Gebäudes. Dieser Mittelpunktist nämlich: die Bildung des Menschen; dies Gebäude: die Charak-teristik des menschlichen Gemüthes in seinen möglichen Anlagen undin den wirklichen Verschiedenheiten, welche die Erfahrung anfzcigt. Manbesitzt nunmehr in der Summe der Vorzüge des Geistes und der Gesin-nung, welche die Menschheit bisher dargcthan hat, eine identische, aberbestimmbare Größe, nach welcher sich der Einzelne bcnrthcilen läßt; man
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