verließ, blickte Schiller nicht ohne Wehmnth ans das Verhältnis; init ihmals onf ein beschlossenes zurück, welches nicht mehr wicderkommen könne. Alsein unvergängliches snßtc cs Humboldt. In seinem Gcmüthe bewegtensich nncmfhörlich die Bilder aus dem Kreise des Jenaer Lebens. Fortund sort, und je weiter desto vernehmlicher, klang ihm Schiller's ideen-reiches Gespräch nach. Fort und sort stiegen vor ihm die Gestalten desGocthe'schen Gedichtes ans, das er durch die eingehendste Theilnahme sichzu eigen gemacht hatte. Er hatte ans Schiller's Gesprächen die reinsteund höchste Ansicht der Dichtkunst, ans Gocthe's Gedicht die unmittelbareErscheinung einer ächten und vollendeten Natur davongetragcn. Beidesfügte sich zu einem Ganzen zusammen. Endlich war der Moment ge-kommen, wo er über einer Ausführung die Bedenken vergessen konnte,die ihm bisher so oft alle literarischen Projccte immer wieder ans der Handgespielt hatten. Die Macht der Einflüsse, die er noch zuletzt in Jenaerfahren hatte, machte alle seine Reflexionen und alle seine Vorsätze zuSchanden. Er hatte die Idee einer Charakteristik der damaligen Zeitnoch in Jena nicht anfgegcben. Er hatte daneben den Plan einer ver-gleichenden Anthropologie gefaßt. Er hatte weiterhin mit Körner ein ge-meinschaftliches Werk verabredet, welches pshchologisch-kritische Zergliede-rungen und Darstellungen ans dem Gebiete der Literatur enthalten sollte.Bon alle dem steckte etwas in der Arbeit, die ihm endlich zu Stande kam;aber sic war in erster Linie eine viel natürlichere und einfachere Fruchtseines Lebens in dem Denken und Dichten Schiller's und Gocthe's. EinJahr war vergangen, seit er diesen die Hand zum Abschiede gereicht hatte,von Jena war er nach Paris verschlagen; da auf einmal überraschte erdie Freunde durch ein Mannscript, Es war ein Buch wie sonst seineBriefe gewesen waren".
Ans dieser Art der Entstehung erklärt sich sowohl die Form, welcheHumboldt für sein Buch wählte, wie der Standpunkt, welchen er in sei-nen einzelnen Ausführungen einnimmt.
Die Form ist nicht glücklich. Humboldt hatte sich eine zwiefache Auf-gabe gestellt. Erstens sollte sein Buch eine Würdigung von Gocthe's