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den Geist anregenden DiScnssion versetzt; er behandelte den Gegenstandimmer als ein gemeinschaftlich zn gewinnendes Resultat, schien immer desMitrcdendcn zn bedürfen, wenn dieser sich anch bewußt blieb, die Ideeallein von ihm zu empfangen und ließ ihn nie müßig werden. Humboldt,eine empfängliche und anempfindende Natur und, wie er selbst einmal inder Nückerinncrnng jener schönen Zeit (a. a. O. S. 210) an Schillerschreibt, in seiner geistigen Thätigkeit fremder Erweckung, Nahrung undUnterhaltung bedürftig, war ganz der Mann dazu, dieses gesellschaftlicheDenken, das er als sein eigenstes Wesen bezeichnet, in den regsten Flußzn bringen. Schiller rühmt in einem Briefe an Körner vom 18. Mai1794, daß sich im Gespräch mit Humboldt alle seine Ideen glück-licher und schneller entwickeln; Humboldt nahm den nnversieglichen undüberströmcnden Dlnell von Schillcr's großartig schöpferischem Gedanken-reichthum mit um so volleren Zügen in sich ans, je mehr ihm Schiller-fertig entgcgenbrachte, was anch in ihm werdclnstig gährte, ohne daß essich doch bisher zn klarer Gestaltung hcransgernngen hatte. Seitdem warHnmboldt für immer in die Schillerschcn Idccnkreise gezogen.
Nach einem Aufenthalt von sechszehn Monaten mußte Humboldt,gedrängt durch die Rücksicht ans seine kranke Mutter, in den ersten Tagendes Juli 1792 Jena verlassen. Aber der regelmäßigste und eingehendsteBriefwechsel suchte den Bcrlust des unmittelbar persönlichen Berkchrs nachMöglichkeit zn ersetzen. Schiller war inzwischen aus den Lehrjahren sei-ner geschichtlichen und philosophischen Studien in die Meisterjahre seinesreifsten dichterischen Schaffens getreten. Gleichsam um sich den Ucbcr-gang zn bahnen, schrieb er jene scharfsinnigen und unumstößlichen Abhand-lungen über naive und sentimentale Dichtung, in welchen er sich, wie crin einem Briefe an Humboldt vom 26. October 1795 (a. a.O. S. 258)sagt, vor Allem die Frage beantworten wollte, in wie weit er beiseiner von ihm klar erkannten Entfernung von dem Geiste der griechischenPoesie noch Dichter sein könne, und zwar besserer Dichter, als der Gradjener Entfernung zu erlauben scheine. Humboldt vertieft sich anch jetztwieder in die bruchstückweise mitgcthcilten Erörterungen aufs lebhafteste. Der