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entgegen. Ihr Geist schwankte, haltlos und elend,vom einen zum andern hinüber, wie der Augenblickihm gerade die Richtung gab. Sie harre in derThar keinen kräftigen Charakter; Erziehung undLebensweise hatten eine von Natur schon zu weicheGemüthsart schwach gemachr, indem sie die weiblicheZartheit steigerten. Jede Erinnerung an ihre frühereReinheit sprach zu ihr mit der lauten Stimme derPflicht als Warnen» vor der großen Schuld, womitsie sich belasten wollte, und so oft sie an ibr Kinddachte — diesen Mittelpunkt zärtlicher, sündivserEmpfindungen, einst der ganze Schatz ihres Herzens —schmolzen ans Einmal ihre Gefühle, adlaffend vondem Gegenstand der sie so gewaltig wie mir einemZauberbann gefesselt gehalten hatte, und lösten undverloren sich in der großen, heiligen Quelle derMutterliebe.
Als Falkland diesen Abend kam, saß sie in einerEcke des Saals dem Anschein nach mit Lesen be-schäftigt, aber ihr Auge war auf ihren Knabengeheftet, welchen MrS. Et. John am andern Endedes Saals zu unterhalten sich bemühte. Das Kind,das Falkland liebte, ging bei seinem Eintritt auf ihnzu; Falkland lxngte sich hinunter cs zu küssen; undMcs. St. John sagte mit leiser Stimme, welcheeben noch sein Ohr erreichte: „auch Judas küßte,eh er verriekh! ^ Falkland wechselte die Farbe, erfühlte den Stachel der in die Worte gelegt mar.Diesem Kind, da» ihn jetzt so unschuldig liebkoste,stand er wirklich im Begriff das empfindlichste undunheilbarste Lebensnuglück, das er konnte, zn bereiten.Aber wer hw.t in der Leidenschaft auf die Stimmeder Vernunft? Er verbannte die peinliche Empfindung,ebenso schnell als sie aufgestjegeo war, aus seinemHerzen, und neben Emilie sich setzend, suchte er ihreinen Theil der ihn beMenden Freude und Hoffnung