Druckschrift 
Drittes Bändchen (1835)
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

108

Sinn für angenehme Empfindungen mit einer Auf-heiterung der eigenen Lebensgeister angestekt werde.Und wie beglükkend ist in der That die Empfindungde« Lebens! — welch herrliche Stille alhmen wirin der warmen Gonne ein! — welch entzükkcndeFreudigkeit in dem frischen Wind! — welche tiefeBetrachtung und Wonne in dem Schweigen derSterncnuacht! — wie ganz würde schon die äussereNatur hiurcichen, uns selig zu machen, wären dieewigen Sorgen nicht, die wir uns selbst erschaffen.„Die Welt ist vollkommen überall, wo der Menschnicht hinkomt mit seiner Qual." Die einsamstenMenschen hatten stets am wenigsten zu leiden."

„Doch ich kehre zu unserer frühern Unterhaltungzurük. So wenige Historiker wekken lebendige Ge-fühle in uns, und so Wenig in der Geschichte er-muthigt uns, unsere besten Jahre an die Bericht-erstattung von Dingen zn verschwenden, die, au sichendlich geringfügig, dem Samler doch so viele Mühemachen, daß ich wenig Lust zur Abfassung irgendeines geschichtlichen Werks empfand. Dagegen öfnetemir die Fantasie ihre reiche Wnndcrwelt; ich kehrtezu den Empfindungen meiner Jugend zurük. Dieschimmernden Schäzze der Poesie lagen «eit gedehntvor mir, und ich wünschte ihren Besiz, wünschteihre Vermehrung durch eigene Kraft. Es gibt einnordisches Märchen von einem Mann, der allenLokkungen widerstanden hatte, welche die Erde znbieten vermochte. Da öfnete der Dämon seinem